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Gepardenbaby "Shaka" wird nun doch allein von den Tierpflegern aufgezogen. Bis vor wenigen Tagen hatte man es im
Allwetterzoo Münster noch mit Arbeitsteilung versucht.
Das sechsjährige Gepardenmutter "Xenia" hatte Anfang Juli drei Junge zur Welt gebracht, von denen nur Shaka überlebte. Da die Großkatze nicht genug Milch hatte, um ihren Sprössling zu versorgen, griffen die Tierpfleger kurzerhand zur Milchflasche. Mutter Xenia kümmert sich derweil um andere körperliche Notwendigkeiten des kleinen Gepardenkaters: Sie entsorgte stets den Kot und leckte ihren Jungen sauber.
Mehrmals am Tag wurde das Jungtier mit Katzenaufzuchtmilch gefüttert, nahm zu und entwickelte sich gut. Doch dann stellte sich heraus, dass Xenia ihren Sohn vernachlässigte und sich scheinbar nicht mehr um ihn kümmern wollte. Sie knurrte ihn sogar an und wies ihn ganz offensichtlich ab. Die Zooleitung entschied daraufhin, den vier Wochen alten Gepard komplett per Hand aufzuziehen.
Leopardenbaby verunglückt
Tragisches spielte sich wenige Tage zuvor auch im Nachbargehege bei den Nordpersischen Leoparden ab. Auch dort waren bereits im Mai zwei Jungtiere zur Welt gekommen. Immer wieder hatten die verspielten Jungtiere versucht am Gitter ihres Geheges hochzuklettern - bis es schließlich zu einem dramatischen Unfall kam. Eines der Jungtiere fand tatsächlich eine Lücke im Gitter und gelangte ins Nachbargehege, wo der Vater der beiden saß. Dort fanden Pfleger den kleinen Leoparden später tot auf. Das erwachsene Leoparden-Männchen hatte das Jungtier totgebissen.
Im Allwetterzoo Münster wird Geparden-Baby Shaka arbeitsteilig betreut: Mutter Xenia sorgt für die Körperpflege, die Tierpfleger für ausreichend Milch. Sie hatten beim Wiegen des am 6. Juli 2011 geborenen Nachwuchses festgestellt, dass der Kleine nicht zunahm, sondern Gewicht verlor. Vermutlich hatte Xenia keine Milch mehr. Deshalb kriegt Shaka nun vier Mal am Tag insgesamt 200 Milliliter spezielle Katzenmilch aus der Flasche.
Mutter Xenia kümmert sich derweil um andere körperliche Notwendigkeiten des kleinen Gepardenkaters: Sie entsorgt stets den Kot, indem sie ihn auffrisst, und leckt ihren Jungen sauber. Sie hat sich daran gewöhnt, dass sie sich während der Fütterungszeit des Kleinen das Haus verlassen und sich in der Außenanlage aufhalten soll.
Voraussichtlich ist Shaka Ende August groß genug, um gemeinsam mit seiner Mutter ins Freie gehen können. Bis dahin trainieren die Tierpfleger mit ihm: Er soll auf Zuruf zum Zaun kommen, damit sie ihn in der Freianlage füttern können. Denn die Mutter für jede Flasche von ihrem Jungen zu trennen, würde für beide Tiere Stress bedeuten.
Kattamädchen "Sina" ist derzeit das Sorgenkind im
Allwetterzoo Münster. Ein Wadenbeinbruch brachte dem kleinen Lemuren eine Zwangspause ein. Wilde Verfolgungsjagden mit dem Rest der Münsteraner Katta-Truppe sind erst einmal von der Tagesordnung gestrichen.
Sina kam im März 2011 mit einem Zwillingsgeschwisterchen zur Welt. Mutter Mobi kümmerte sich rührend um den quirligen Nachwuchs, der von Tag zu Tag wagemutiger wurde. Am 26. Mai kam es dann wohl zu einem Unfall. Beobachtet hat ihn niemand, aber die Folgen waren nicht zu übersehen: Sina konnte den linken Fuß nicht mehr bewegen, das Bein hing herab. Die Diagnose: Bruch von Wadenbein und Schienbein. Die Folge: eine Operation.
Nun wird das Kattamädchen von einer Zoo-Mitarbeiterin versorgt. Denn mit einer unter der Haut verschraubten Metallplatte, geschützt durch einen dicken Verband, darf das Jungtier vorerst nicht klettern oder springen. Der bei Menschen übliche Gipsverband wäre für das derzeit nur 400 Gramm leichte Kattakind zu schwer. Schon die Platte und der Verband wiegen 40 Gramm. Jetzt liegt der Patient statt auf seiner Mutter auf einem Katta aus Plüsch in einer Einzelbox und wird mehrmals am Tag mit Babynahrung, angerührt mit Kuhmilch und Traubenzucker, gefüttert.
Zurück in die 14-köpfige Lemurengruppe wird das Jungtier allerdings nicht mehr kommen, sagt Zoosprecherin Ilona Zühlke. "Wir werden einen Platz in einem anderen Zoo finden. Vielleicht kommt sie dann zu einem netten jungen Kattamann." Bis es so weit ist, könnten allerdings noch ein paar Monate vergehen.
Sakina heißt die Neue im
Allwetterzoo Münster. Die dunkle Schöne ist das lang ersehnte Gorilla-Weibchen, das bald in der Affengruppe für Nachwuchs sorgen soll, nachdem 2010 ein Zuchtweibchen im Zoo gestorben war. Sakina ist 25 Jahre alt, für Gorillas ein optimales Alter um Mutter zu werden. "Gorillas können leicht 50 Jahre alt werden", so Zoosprecherin Illona Zühlke.
Aus ihrem Heimatzoo auf der Insel Jersey traf das Gorillaweibchen am Donnerstag (19.05.11) in Münster ein und weiß noch nicht, wer hier auf sie wartet. Noch ist der Neuzugang getrennt von den übrigen Gorillas untergebracht. Nun hofft das Zooteam vor allem auf Sympathie zwischen der Neuen und Gorillamann N’Kwango. "N’Kwango ist ein ganz Guter", erzählt Illona Zühlke, "Wir hatten vor Jahren allerdings auch mal einen Gorillamann, der mit Weibchen nichts anfangen konnte."
Doch erst einmal muss Sakina jetzt Vertrauen in die Pfleger fassen und sich augenscheinlich wohl fühlen, bevor sie auf N’Kwango und später auf die Weibchen Fatima und Changa-Maidi samt Sohn Thabo trifft. Einen ersten Blickkontakt zur münsterschen Gorillagruppe gab es bereits. "Sakina erscheint sehr ruhig und ist neugierig", freut sich Zoo-Kuratorin Simone Schehka und ist optimistisch, dass das Zusammengewöhnen rasch klappen wird. Erst dann können auch Zoobesucher Sakina sehen.
Traurige Nachrichten aus dem
Allwetterzoo Münster: Nur eine Stunde nach der Geburt ihres Kalbes attackierte Nashornkuh Emmi ihren eigenen Nachwuchs. Die Pfleger konnten nicht schnell genug eingreifen und es gelang nicht mehr, Mutter und Kalb zu trennen. Das neugeborene Tier überlebte den Angriff nicht.
Seit zwei Wochen hatte das fünfköpfige Tierpflegerteam rund um die Uhr Wache geschoben und auf die bevorstehende Geburt des vierten Nashornkalbes von „Emmi“ gewartet. Gegen elf Uhr am Samstagmorgen (02.04.11) war es so weit: das 65 Kilo schwere männliche Nashornkalb kam zunächst ohne Komplikationen zur Welt und Mutter Emmi verhielt sich unmittelbar nach der Geburt noch vorbildlich, roch an dem Kalb und leckte an der Fruchthülle. Schon nach einer halben Stunde stand das Jungtier auf allen Vieren und unternahm erste Gehversuche. Emmi suchte dabei ständig Kontakt zu ihrem Kalb. Doch dann attackierte Emmi plötzlich ihr Kalb, das unmittelbar nach den Stößen der Mutter starb - zu schwer waren offensichtlich die inneren Verletzungen des Kalbes.
Es ist nicht das erste Mal, dass Nashornkuh Emmi Probleme mit dem Nachwuchs hat. Drei von vier Kälbern starben, eines wurde 2009 von der Mutter getrennt und mit der Flasche aufgezogen. Nun hat die Zooleitung entschieden, keine weiteren Zuchtversuche mit dieser Nashornkuh zu planen. Ob Emmi sterilisiert oder an einen anderen Zoo mit einer nicht züchtenden Gruppe Breitmaulnashörner abgegeben wird, will die Zooleitung in den nächsten Tagen klären. Das Jungtier wurde zur Sektion zum Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht.
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