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Den Großkatzen im
Krefelder Zoo steht ein heißer Liebeswinter bevor: Sumatratiger und Geparde dürfen sich näher kommen, und auch für Schneeleopardenmännchen "Patan" wird langsam nach einem neuen Weibchen Ausschau gehalten.
Mit Romantik und großen Gefühlen hat die Partnersuche aber erst einmal nichts zu tun. Wer sich mit wem paaren darf, ist vielmehr strengen Regeln unterworfen und liegt in der Hand von Zoologen und Zuchtbuchführern. Auch über die großen Zoo-Katzen wird in den europäischen Zuchtprogrammen genau Buch geführt.
"Der Genpool soll möglichst breit sein", erklärt der Krefelder Zoo-Tierarzt Martin Straube. So wird genau dokumentiert, welches Tier mit wem verwandt ist, um Inzucht zu vermeiden. Auch achten Zuchtbuchführer darauf, dass nicht immer dieselben Tierpaare für viel Nachwuchs und andere Paare für wenig Nachkommen sorgen. Doch wohin mit all den Tierkindern in den Zoos? "Bei den Tieren, die mit dem Segen des Zuchtbuches zur Welt kommen, kann man sicher sein, dass sie später an andere europäische Zoos vermittelt werden", so Straube. "Das sind quasi alles Wunschkinder."
Doch so ganz ohne Gefühl geht es dann am Ende doch nicht. So herrscht bei den Geparden beispielsweise strikte Damenwahl. Sagt der Kater der Katze nicht zu, wird es auch nichts mit der Paarung. "Wir greifen da zu einem Trick und trennen die Tiere für eine gewisse Zeit, damit es in der Partnerschaft nicht so langweilig wird." Und so könnte es zwischen den Krefelder Geparden bald tatsächlich wieder funken.
Heiß her gehen soll es auch bei "Sutera" und "Beludru", den beiden Sumatratigern. Nach zwei Würfen mit insgesamt vier Jungtieren dürfen sich die beiden zum dritten Mal zu einem Schäferstündchen zusammenfinden. Mit etwas Glück finden die Tierpfleger dann schon vier Monate später junge Tiger in der Wurfbox.
Einzig der halbstarke Schneeleopard "Patan" muss sich noch etwas gedulden. Der Zweijährige lebt derzeit noch mit seiner Schwester zusammen, wird aber bald geschlechtsreif. Vor allem bei Minusgraden kommen Schneeleoparden in Stimmung. Der Grund: Die Katzen, die normalerweise im Himalaya leben, sorgen naturgemäß dafür, dass der Nachwuchs im Frühjahr zur Welt kommt, wenn auch die Beutetiere Junge haben. Bevor sich auch "Patan" verlieben kann, muss seine Schwester ausziehen und ein neues Weibchen einziehen. Und das sucht dann natürlich wieder der Zuchtbuchführer aus.
Anfang Juli brachte Baumpandaweibchen Cosima im
Krefelder Zoo Nachwuchs im Doppelpack zur Welt. Beim ersten öffentlichen Fototermin musste das Zwillingspärchen nun zum Wiegen antreten. Knapp zwei Kilogramm bringen die kleinen Pandageschwister jeweils auf die Waage. Außerdem überzeugten die flauschigen Bären das Pflegerteam beim Gesundheitscheck mit kräftigen Tatzenhieben von ihrer guten Entwicklung.
Baumpandas werden im Chinesischen "Hun-ho" genannt, was so viel heißt wie "Feuerfuchs". Der Lebensraum des Bären mit dem auffallend roten Fell ist die Himalaja-Region. Sie sind geschickte Kletterer und können Bäume auch kopfüber hinabsteigen. Vermutlich leben nur noch 20.000 Tiere in freier Wildbahn. Baumpandas werden blind und nur mit weichem Flaum behaart geboren. In den ersten Monaten werden sie intensiv von ihrer Mutter betreut und verlassen den Bau nicht. Erst mit etwa drei Monaten machen sie erstmals eigene Erkundungsgänge. Auch die Krefelder Jungtiere werden nun langsam mobil.
Pandamama Cosima ist übrigens keine Unbekannte. Sie kam 2007 aus einem norditalienischen Zoo nach Krefeld und machte zunächst als Ausbrecherin Schlagzeilen. Mehrere Male verließ sie das Gehege und musste mit Hilfe der Feuerwehr aus den umliegenden Bäumen gefangen werden. In den kommenden Wochen werden sich nun auch ihrer Jungtiere vermehrt draußen zeigen. Dort kann man die flauschigen Kerle dann beim Klettern beobachten.
Maya, Große Ameisenbärin und hauptberuflich Publikumsliebling im Zoo Krefeld, bezieht ein neues Zuhause im Jesperhus Junglezoo in Dänemark. Eigentlich sollte die junge Ameisenbärin, die von Hand aufgezogen wurde, erst Mitte September umziehen. Nun ließen sich aber zwei Transporte günstig miteinander verbinden und so reiste Maya schon am Donnerstag ab. An Bord ihres Spezialtransporters war auch ihr neuer Weggefährte, ein junger Großer Ameisenbär aus dem Zoo Zürich. Die beiden sollen nach einer Eingewöhnungsphase gemeinsam in der neuen Anlage Jesperhus Junglezoo leben.
Vom Flaschenkind zum Star
Am 13. November 2010 kam Maya zur Welt. Sie war das erste Baby bei den Großen Ameisenbären nach 47 Jahren Haltung. Doch nach zehn Tagen stellte sich heraus, dass Mayas Mutter nicht genug Milch hatte, um das Jungtier zu ernähren. Das Zooteam entschloss sich zu einer Handaufzucht. Baby Maya zog mit einem Gewicht von nur 1.000 Gramm bei Tierpflegerfamilie Dio ein, samt Brutkasten und Babyflasche. In den folgenden Wochen entwickelte sich Maya zu einem Star. Sie bekam ihren eigenen Internetauftritt und ihre öffentlichen Fütterungen an Sonntagen zogen hunderte Besucher an. Etwas größer geworden ging Maya schon mal im Schmetterlingshaus spazieren, wobei sie ihre Nase für neue Reize trainierte, und vor vier Monaten zog sie in das Affentropenhaus um. Hierhin kam Ziehmutter Sabine Dio nur noch abends zum Spielen und Kuscheln. Maya war so gut wie erwachsen, wog etwa 35 Kilo und war fast so groß wie ihre Eltern. Eine Vergesellschaftung mit ihrer Mutter war nicht mehr möglich, denn Große Ameisenbären sind Einzelgänger und es besteht keine Bindung zwischen Eltern und erwachsenem Nachwuchs.
Abschiedsschmerz - nur einseitig
Handaufzuchten sind immer schwierig, denn die Tiere dürfen sich nicht auf den Menschen fixieren. Das würde für beide Beteiligten zum Problem. Wenn das Tier sich selbst für einen Menschen hält, sieht es Tierpfleger später entweder als Paarungspartner oder Rivalen an. Und das veränderte Verhalten stört erheblich, wenn ein Zusammenleben mit Artgenossen geplant ist.
Mayas Verhalten ist voll und ganz artgerecht. Sie wurde früh genug "abgenabelt" und Ziehmutter Sabine Dio ist professionell genug, Distanz zu wahren. Trotzdem fiel ihr der Abschied schwer. "Mal sehen, wann wir mit der Familie einen Besuch in Dänemark planen. Immerhin weiß ich, dass meine Kleine es dort gut haben wird“, meint Sabine Dio und schaut dem Transporter beim Verlassen des Zoos wehmütig hinter her.
Fast ein halbes Jahr lang mussten sie warten. Jetzt durften die beiden halbstarken Jaguar-Jungtiere, die im September 2010 im
Krefelder Zoo zur Welt kamen, zum ersten Mal in ihrem Leben auf Grasböden schleichen, Spuren in feuchter Erde hinterlassen und unter freiem Himmel auf Bäume klettern. Erstmals nämlich trauten sich die Großkatzen nach viel Schnee und kalten Temperaturen in ihr Außengehege und sind jetzt endlich auch für Besucher sichtbar.
Zuerst machte Jaguarmutter Bess eine ausführliche Erkundungsrunde durch das Gehege, bevor sie ihre jetzt fünf Monate alten Jungtiere dazu holte. Erst vorsichtig, dann mutiger gingen die kleine Katze und der Kater schließlich auf Entdeckungstour. Jetzt gehören Baumklettern und Wälzen in großen Grasbüscheln zur Lieblingsbeschäftigung der Jungtiere, die immer noch keinen Namen haben.
Nur Vater Porgy darf am Familienausflug im Außengehege nicht teilnehmen. Da die Tiere Einzelgänger sind, wäre eine Zusammenführung von Vater und Kindern zu riskant.
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