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<title>MONITOR</title>
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<modified>2010-03-03T11:13:43Z</modified>
<tagline>BLOG! - mitdenken, mitreden, mitstreiten. Seit 2007 gibt es neben dem Forum - hier können Sie zu den Themen der Sendung diskutieren - zusätzlich den MONITOR-Weblog. Sonia Seymour Mikich bloggt hier zu aktuellen Themen. Bloggen Sie mit!</tagline>
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<copyright>Copyright (c) 2010, Georg Restle</copyright>

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<title>Urteil zu Vorratsdatenspeicherung: Sieg auch für Journalisten</title>
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<modified>2010-03-03T11:13:43Z</modified>
<issued>2010-03-03T11:08:13Z</issued>
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<summary type="text/plain">Vorratsdatenspeicherung verfassungswidrig! Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist nicht nur ein Sieg gegen die ungebändigte Datensammelwut des Staates. Es ist auch ein Sieg für uns Journalisten. Das Schäuble-Gesetz hatte die Arbeit für uns erheblich erschwert. Denn Informanten aus Bundesministerien oder anderen...</summary>
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<name>Georg Restle</name>
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<![CDATA[<p><img alt="daten_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/daten_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left"  />Vorratsdatenspeicherung verfassungswidrig! Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist nicht nur ein Sieg gegen die ungebändigte Datensammelwut des Staates. Es ist auch ein Sieg für uns Journalisten. Das Schäuble-Gesetz hatte die Arbeit für uns erheblich erschwert. Denn Informanten aus Bundesministerien oder anderen staatlichen Stellen mussten aufgrund der Datenspeicherung ständig damit rechnen, enttarnt zu werden. </p>]]>
<![CDATA[<p><br>Aber gerade auf solche Quellen sind Journalisten wie wir angewiesen, wenn es darum geht, Missstände in der Politik aufzuklären. Für die sogenannten Whistleblower war dies zuletzt ein unkalkulierbares Risiko: Sechs Monate lang wurden alle Verbindungen gespeichert. Es genügte der vage Verdacht des Geheimnisverrats und schon konnten alle Telefonate oder E-Mail-Kontakte gefilzt werden. Nicht nur die der möglichen Informanten, auch die der Journalisten. Informantenschutz? Das Recht der Presse auf freie Berichterstattung? All dies hatte schweren Schaden genommen, auch wenn das nicht unbedingt sichtbar wurde.<br><br></p>

<p>Nun hat Karlsruhe den staatlichen Wiederholungstätern – wieder einmal – die Grenzen aufgezeigt. Deshalb ist dies ein guter Tag für die Bürgerrechte und auch für die Pressefreiheit. Also alles gut? Leider nicht. Denn die Vergangenheit zeigt: Die Politik versucht es immer wieder. Trotz eindeutiger Urteile des Bundesverfassungsgerichts wird weiter gesammelt, gespeichert, ausgewertet. Fernmeldegeheimnis? Recht auf Privatsphäre? Das Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung? Für Innenminister und Anti-Terror-Kämpfer sind elementare Grundrechte schon längst zu lästigen Stolpersteinen geworden im Kampf gegen das Böse. Karlsruhe hat die Grenzen aufgezeigt. Aber gleichzeitig deutlich gemacht: Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Zugriff auf Telekommunikationsdaten auch künftig möglich. Daher braucht es mehr als ein Urteil aus Karlsruhe: Eine wachsame und kritische Gesellschaft, die die Bürgerrechte unserer Verfassung wieder ernst nimmt. Damit Freiheiten erhalten bleiben – nicht nur für uns Journalisten.<br><br></p>

<p><a href="http://www.wdr.de/tv/monitor//dossiers/datenschutz.php5">MONITOR-Dossier Datenschutz</a><br />
</p>]]>
</content>
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<title>Steuersünderdateien - kaufen oder besser nicht?</title>
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<modified>2010-02-17T10:15:38Z</modified>
<issued>2010-02-04T10:58:15Z</issued>
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<created>2010-02-04T10:58:15Z</created>
<summary type="text/plain"> Nicht nur wir bei MONITOR diskutieren heftig und kontrovers: Soll der Staat eine geklaute Datei mit den Namen von Steuerhinterziehern erwerben? Angela Merkel hat sich überraschend schnell und deutlich dafür ausgesprochen - und kann sich mit der Mehrheit der...</summary>
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<name>Sonia Seymour Mikich</name>
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<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<![CDATA[<p><img alt="datenklau_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/datenklau_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left"  /> Nicht nur wir bei MONITOR diskutieren heftig und kontrovers: Soll der Staat eine geklaute Datei mit den Namen von Steuerhinterziehern erwerben? Angela Merkel hat sich überraschend schnell und deutlich dafür ausgesprochen - und kann sich mit der Mehrheit der Bevölkerung einig wissen. Der Staat darf zu ungewöhnlichen Mitteln greifen, um an die Namen von millionenschweren Steuerflüchtlingen zu kommen, so die Stimmung im Land. Eine solche Fahndung wäre effektiv (Abermillionen kommen in die Staatskasse zurück) und würde abschrecken. Niemand kann sich mehr sicher sein, dass seine Schwarzgeldtransfers nicht auffliegen.</p>]]>
<![CDATA[<p><br><strong>Der Staat als Hehler - für die gute Sache?</strong><br><br></p>

<p>Stimmt, es tut dem Gefühl für Gerechtigkeit gut, wenn es raffinierten Steuerbetrügern endlich an den Kragen geht. Anders als Normalbürger haben sich zu viele Reiche und Superreiche durch Tricks und ausgeklügelte Beratung aus ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl (nichts anderes ist die Zahlung ans Finanzamt) gestohlen. Dennoch finde ich es falsch, wenn sich der Rechtsstaat zum Hehler macht - trotz der kurzfristigen Befriedigung; dass hier endlich die Richtigen belangt werden. Warum? Es besteht bisher keine Rechtsgrundlage für den Ankauf solcher Daten. Eigentlich macht sich die Regierung strafbar. Oder sie wickelt - wie im Fall Zumwinkel - den Deal über den Geheimdienst ab. Das war kein gutes Beispiel für transparentes rechtsstaatliches Handeln. Solche "Käufe" schaffen, wie wir jetzt erleben, Nachahmer. Und sie sind nicht "whistle-blower" - also besorgte Demokraten, die Geheimnisse, ohne Geld zu verlangen, aus einem Sinn für Ethos und Rechtsstaatlichkeit öffentlich machen -, sondern Diebe.<br><br></p>

<p><strong>Gefördertes Denunziantentum</strong><br><br></p>

<p>Nicht nur Berufskriminelle werden sich über eine neue Wachstumsindustrie freuen. Anstiftungspolitik: auch frustrierte, erschöpfte, unterbezahlte Staatsdiener könnten auf neue Nebenerwerbsquellen kommen. Denn jeder, der Zugang zu größeren Datenprofilen hat, kann sich dies erpresserisch versilbern lassen. Gerade weil wir Bürger inzwischen digital weitgehend erfasst sind -  Krankendaten, Einkommen, Familienstand, Besitztümer -, wird Datenschutz zu einem fundamentalen Menschenrecht. Mehr als wir bisher vermuten.<br><br></p>

<p><strong>Mehr Mittel für die Steuerfahndung</strong><br><br></p>

<p>Wie gesagt, ohne jede Nachsicht gegen Steuerhinterzieher: mir ist ein Staat unheimlich, der Denunziantentum sogar finanziell belohnt. Ich bin aber fest überzeugt, dass es gesetzliche Grundlagen geben muss. Ein neues "Datenkaufgesetz" zum Beispiel, das streng abwägt, ob dem Gemeinwohl mit dieser Art von Steuerfahndung mehr gedient ist als mit dem Bestrafen des Datendiebs. Ach ja, Steuerfahndung. Mehr Geld, mehr Personal, eine modernere Ausrüstung für die völlig überforderten Steuerfahnder bzw. Finanzbeamten wäre besser. Auch die holen Millionen zurück, wenn sie gut ausgestattet ihrer Arbeit nachgehen. Und ein paar Gesetze und Abkommen, um die Steuerflucht in die Schweiz oder andere Oasen der Seligen nicht mehr so gefahrlos zu machen - das käme auch gut. Ja doch, es gab immer wieder diese Grauzonen, wo sich Regierungen Kronzeugen, Erpressern, V-Leuten bedienten. Wo es Strafrabatte und Lösegeldzahlungen gab. Das rechtfertigt aber nicht eine weitere Erosion der Fundamente unseres Rechtsstaates.<br />
</p>]]>
</content>
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<title>Datenkrake Elena</title>
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<modified>2010-01-07T12:15:23Z</modified>
<issued>2010-01-07T11:45:26Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2010:/monitor//29.8287</id>
<created>2010-01-07T11:45:26Z</created>
<summary type="text/plain">Elena kommt, die größte Datensammlung in unserer Geschichte. Sie, liebe Zuschauer und Leser, werden noch transparenter. Denn Ihr Gehalt, Ihre Fehlzeiten, Abmahnungen, Kündigungen werden ab jetzt jeden Monat vom Arbeitgeber gesammelt und weitergeklickt. Der Staat will diese Daten auf Vorrat...</summary>
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<name>Sonia Seymour Mikich</name>
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<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<![CDATA[<p><img alt="elena_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/elena_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left"  />Elena kommt, die größte Datensammlung in unserer Geschichte. Sie, liebe Zuschauer und Leser, werden noch transparenter. Denn Ihr Gehalt, Ihre Fehlzeiten, Abmahnungen, Kündigungen werden  ab jetzt jeden Monat vom Arbeitgeber gesammelt und weitergeklickt. Der Staat will diese Daten auf Vorrat speichern und anwenden, falls Sie staatliche Leistungen beantragen. </p>]]>
<![CDATA[<p><br>Wenn Sie zum Beispiel Arbeitslosengeld beantragen, steht im Zentralspeicher ob bei Ihnen zuvor ein Fehlverhalten registriert wurde, ob Sie oft krank waren etc. Und warum Ihnen gekündigt wurde. Der Staat sagt: um Missbrauch von Sozialleistungen zu verhindern. Dazu hortet er die Daten von über 40 Millionen Bürgern - in einem unfassbaren Umfang. Die meisten der gesammelten Infos aus Ihren Leben werden aber nie gebraucht. Was sagt das über unseren Staat aus? Er drückt sein Misstrauen gegen Bürger aus und belässt uns kein Gegenargument. Denn: ordentliche Bürger haben doch nichts zu verbergen? Und ist nicht jeder gegen das Abzocken von Sozialleistungen? Und sind Freiheit, Privatsphäre und sensible Daten nicht überholte Begriffe?</p>

<p><br />
<strong>Datenmißbrauch</strong></p>

<p><br />
Nicht nur Gewerkschaften und Datenschützer sind wegen Elena alarmiert. Wir alle haben guten Grund ihr zu misstrauen, denn unsere Daten sind inzwischen viel Geld wert. Missbrauch ist geradezu vorprogrammiert. Hacker, Schnüffler und Datenhändler können sich über die zentralisierte Elena freuen wie über eine neu entdeckte Goldmine. Wenn demnächst auch noch die digitale Volkszählung kommt, sind wir noch kostbarer - für andere. Und informationelle Selbstbestimmung ist der Schrott von gestern.<br />
</p>]]>
</content>
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<title>Vorwärtsthemen gesucht</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/12/vorwartsthemen_gesucht.html" />
<modified>2010-01-04T12:46:50Z</modified>
<issued>2009-12-08T18:49:34Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.8238</id>
<created>2009-12-08T18:49:34Z</created>
<summary type="text/plain">Zu Kopenhagen &quot;trägt&quot; die Regierung Umweltschutz, ja, aber der Kaiser hat vielleicht gar nichts an, wenn ein Röttgen, ein Westerwelle, eine Merkel sagen: &quot;Klimapolitik ist Wirtschaftspolitik&quot;. Oder auch: &quot;Klimaschutz kann zu einem Wirtschaftsfaktor werden&quot;. Denn an der Prämisse, dass ohne...</summary>
<author>
<name>Sonia Seymour Mikich</name>
<url>http://www.wdr.de/tv/monitor/mikich/index.php5</url>
<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="klimagipfel_160x90_neu.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/klimagipfel_160x90_neu.jpg" width="160" height="90" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" />Zu Kopenhagen "trägt" die Regierung Umweltschutz, ja, aber der Kaiser hat vielleicht gar nichts an, wenn ein Röttgen, ein Westerwelle, eine Merkel sagen: "Klimapolitik ist Wirtschaftspolitik". Oder auch: "Klimaschutz kann zu einem Wirtschaftsfaktor werden". Denn an der Prämisse, dass ohne Wachstum alles nichts ist, an der halten sie fest. Ende des Wachstums, warum klingt das so unerhört? Warum geraten Regierende geradezu in Panik, wenn die Kurven nach unten gehen? Es wäre doch attraktiv und neu, das Missverständnis aufzuheben, dass Ökonomie immer nur durch Markt, Geld und Zahlen determiniert ist.<br><br />
</p>]]>
<![CDATA[<p>Der Doppelschock der Klimawarnungen von 2007 und der Finanzkrise von 2008 ist in meiner Sicht DIE Chance, DIE Rampe, um neue Fragen zu stellen, um Vorwärtsthemen zu finden und so ist es an der Zeit, sich vom Mythos vom steigenden Wachstum freizudenken.<br><br />
<strong>Die Epoche des Wachstums - eine Ausnahme</strong><br><br />
Innerhalb einer einzigen Generation verdreifachte sich die pro Kopf erwirtschaftete Güter- und Dienstleistungsmenge real. Das war eine Ausnahme. Wir leben, arbeiten, verbrauchen in einer Situation der strukturellen Nicht-Nachhaltigkeit. Nichts anderes ist die Wachstumsgesellschaft unserer Epoche und ihr „Erfolg“ ist - eine Ausnahme.<br></p>

<p>Wir sind süchtig nach Wachstum. Wir hängen an Wachstumsraten wie ein Junkie an der Nadel, die Dröhnung ist gut, wenn wir uns besser, reicher, erfolgreicher als unser Nachbar fühlen, unsere Selbstachtung hängt von unserem materiellen Wohlstand ab. (Was kümmern uns die Müllhalden von Konsumgütern, die schnell weggeworfen, weil ein neues Modell da ist und es sich nicht lohnt, etwas "Altes zu reparieren"...)<br><br />
<strong>Kranker Kapitalismus</strong><br><br />
Der Autor Mathias Greffrath analysiert es als Ausverkauf der hergebrachten Wirtschaftsordnung: "Der Kapitalismus krankt nicht allein an seinen Auswüchsen, nicht an der Gier und dem Egoismus von Menschen. Er krankt an seiner Leitidee - an seinem gleichgültigen Unendlichkeitsstreben."<br><br />
Ich kritisiere jedes Parteiprogramm, jede Unternehmerrede, jedes Gewerkschaftsflugblatt, die von einer Gleichrangigkeit von Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft ausgehen, wie es inzwischen Trend quer durch die Parteien und Schichten ist. Das ist Philosophie light. Da wird etwas vorgegaukelt, diesen Dreiklang gibt es nicht. Denn die Umwelt ist alles, die Menschen sind ein Teil davon und die Wirtschaft nur EINE Dimension menschlichen Daseins. Endlichkeit - für abgesicherte Westeuropäer ein schmerzliches Wort, aber es muss ausgesprochen werden.<br><br />
Schon jetzt ist viel Wissen da, abrufbar. Die Klimaforscher geben uns Zahlen und Warnungen, die Ingenieure stellen neue Technologien vor. Die Sozialpsychologen erklären, warum der Mensch so viele Blockaden vor radikalen Veränderungen hat. Die Experten produzieren eine Informationsflut. Die Fernsehleute zeigen Gletscherschmelze und ertrinkende Eisbären,  die Unternehmer rechnen an Emissionsrechten herum. Die Ethiker sprechen von fairem Handel oder Konsumkritik.<br><br />
<strong>In die Gänge kommen</strong><br><br />
Alles hängt mit allem zusammen, das schon, aber neue Erkenntnisse und Handlungsansätze fliessen schön parallel vor sich hin, Menschheitsthemen versickern in Mega-Wortproduktion. Politiker müssten, das wäre meine  Hoffnung, diese verzettelten Diskurse in der Zivilgesellschaft bündeln und zu einem klaren Kammerton machen: dass wir in die Gänge kommen wollen. Neue Lebensstile sind gefragt, und diesmal kommen sie nicht aus der Müsli-Ecke, wie noch zu meiner Studentenzeit. Wer sich umhört, erlebt etwas, was lange Zeit verschwunden schien: eine tiefe Skepsis gegenüber den Segnungen unserer materialistischen Zeit. Und eine tiefe Hoffnung, Wirtschaft würde der Gesellschaft dienen, nicht umgekehrt. <br><br />
<strong>Besser statt mehr</strong><br><br />
Besser statt mehr! Wenn Produktivität weiter so ansteigt, kann die Arbeitszeit verkürzt und besser verteilt werden. (Wenn Arbeitsstress, Angst vor Arbeitslosigkeit durch kürzere Arbeitszeiten gemildert werden, beunruhigen niedrige Wachstumraten nicht mehr, und vielleicht brauchen Menschen auch nicht mehr so viele materielle "Belohnungen" für die Dauer-Anstrengungen am Arbeitsplatz). Reden müssen wir also auch über Verzicht, das ist leider uncool. Wie ohne Zeigefinger den Mitmenschen klar machen, dass die nächste Generation Espressomaschinen oder i-phone kein Must ist? Dass es Weihnachten keinen Baum mit Blinkern aus China, keine Verpackungsorgie geben soll? Keine Wochenendflüge nach Prag und Paris? Kein Wellness-Gutschein, keine Olivenbaumzüchtung für die Mittelstandsterrasse? Das wird wirklich hart, denn "shop until you drop", die tiefe Lust auf Innovationen, auf Habenhabenhaben ist eine Religion für Millionen, insbesondere für die Jungen geworden.<br><br />
<strong>Wohlstand ohne Wachstum?</strong><br><br />
Es ist an der Zeit, die richtigen Fragen finden, wenn es schon so schwer mit den Antworten ist: Ist Wohlstand ohne Wachstum möglich? Gerade in den westlichen, reichen Nationen können wir uns entscheiden für ganz neue Maßstäbe für Wohlstand und Wachstum Die Politiker, aber auch Wissenschaftler, Medien, Lehrer können über Bewertungsverfahren sprechen, die neben den Geldströmen und Produktionsleistungen der Länder auch die Sozialsysteme, die Beschäftigungspolitik, Gesundheit, Lebenserwartung, Umweltverbrauch, Bildungsstand und Durchschnittslöhne messen. Entwicklung statt Wachstum. Ach ja, Optimismus. Adam Smith definierte das so: "Optimisten sind Menschen, die ihre Fähigkeiten maßlos überschätzen und ein absurdes Vertrauen in ihr Glück haben".<br><br />
Was aber auch stimmt: Es ist zu spät, Pessimist zu sein.</p>]]>
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<title>600x MONITOR...</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/11/600x_monitor_und_eine_liebeser.html" />
<modified>2009-12-08T18:44:27Z</modified>
<issued>2009-11-19T12:00:08Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.8153</id>
<created>2009-11-19T12:00:08Z</created>
<summary type="text/plain">...und eine Liebeserklärung an mein grandioses Team... Ungefähr 15x im Jahr erscheint MONITOR, in den vier Jahrzehnten seit Gründen addieren sich die Ausgaben auf die Zahl 600 - nicht gerade eine symbolisch besetzte, bedeutungsschwere Zahl. Das Beste, das ich bei...</summary>
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<name>Sonia Seymour Mikich</name>
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<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="team_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/team_160x90.jpg" width="160" height="90"align="left" />...und eine Liebeserklärung an mein grandioses Team... Ungefähr 15x im Jahr erscheint MONITOR, in den vier Jahrzehnten seit Gründen addieren sich die Ausgaben auf die Zahl 600 - nicht gerade eine symbolisch besetzte, bedeutungsschwere Zahl. Das Beste, das ich bei der Schnellsuche im Internet fand: im Jahr 600 begannen die Perser Windmühlen zur Bewässerung einzusetzen.<br />
</p>]]>
<![CDATA[<p><br>Vielleicht ist an den Windmühlen ein bißchen was dran: Das Rad drehen, um etwas Vernünftiges zu erzielen. Seit acht Jahren erlebe ich, wie ein Team von festen und freien MONITOR-Mitarbeitern erzählt, analysiert, enthüllt, kritisiert - gegen Tralala und Gleichgültigkeit. Sie regen sich unerschütterlich gegen Geheimnistuerei, Machtmißbrauch, Unverstand und Ungerechtigkeit. Sie gehen die Extrameile, das Zweitbeste ist ihnen nie gut genug und sie verzweifeln, dass ein 30minütiges Fernsehmagazin, das ungefähr alle 3 Wochen erscheint, nie alles zur Lage sagen kann. Ein bißchen besessen, ein bißchen besserwisserisch. Aber ehrgeizig für die Sache, nicht für die Selbstdarstellung.<br />
<br><br />
Man erlebt in der Redaktion kleine Dramen kurz vor der Sendung, wenn wieder einmal eine kluge Aussage der kurzen Sendezeit zum Opfer fallen muss, damit möglichst alle Themen mitgehen können. Oder weil ein Ministerium einmal mehr die Stellungnahme arrogant verweigert. Oder wenn es so ganz und gar unmöglich scheint, eine komplexen Vorgang auf simple Fernsehbilder und -sprache herunterzubrechen. Oder wenn ein Fehler entdeckt wird.<br />
<br><br />
Aber sie beziehen unglaublich viel Kraft aus der Überzeugung, Relevantes zu berichten, und oft sehen es die Zuschauer genau so, und dann geht es eben weiter - wie mit den Windmühlen. MONITOR - wo sonst!<br />
<br><br />
Mich inspiriert dieses Team, ich freue mich so, wenn sie glänzen. Ich lerne jedes Mal Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Und ich bin sehr, sehr dankbar mit genau diesen Leuten für genau diese Sendung arbeiten zu können. Und hoffentlich in Ihrem Sinne. <br />
</p>]]>
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<title>Die Steuer zum Anfreunden</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/11/die_steuer_zum_anfreunden.html" />
<modified>2009-11-05T19:45:24Z</modified>
<issued>2009-11-05T18:45:19Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.8132</id>
<created>2009-11-05T18:45:19Z</created>
<summary type="text/plain">Kein guter Tag für den Sozialstaat, kein guter Tag für das eigene Portemonnaie. Die Steuereinnahmen gehen - nach Finanz- und Wirtschaftskrise mit den Folgeerscheinungen - drastisch zurück. Leider spricht unsere neue Regierung angesichts der vielen Milliarden Miesen auf dem Staatskonto...</summary>
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<name>Sonia Seymour Mikich</name>
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<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<![CDATA[<p><img alt="geldboerse_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/geldboerse_160x90.jpg" width="160" height="90"align="left" />Kein guter Tag für den Sozialstaat, kein guter Tag für das eigene Portemonnaie. Die Steuereinnahmen gehen - nach Finanz- und Wirtschaftskrise mit den Folgeerscheinungen - drastisch zurück. Leider spricht unsere neue Regierung angesichts der vielen Milliarden Miesen auf dem Staatskonto erstaunlich widersprüchlich. Die einen warnen vor der übereilten Steuerreform, die anderen wollen die Bürger schnellstmöglich entlasten, ein paar Steuergeschenke gibt es (nicht immer für die Richtigen), Ausgaben sollen aber auch gekürzt werden. Naja, und dann noch vielleicht eine PKW-Maut. Und so weiter, und so wirrer.<br />
</p>]]>
<![CDATA[<p><br>Wir ahnen schon, die Steuererhöhungen werden kommen, irgendwas und irgendwo wird sich finden, auf Kosten der Normalbürger. Gibt es nicht mal neue Ideen, andere Vorschläge, um Geld zu generieren?<br><br></p>

<p>Einige Ökonomen in In- und Ausland, auch NGOS und Globalisierungskritiker fordern eine Finanztransaktionssteuer. Langer Name, interessante Wirkung. Sie funktioniert - vereinfacht gesagt - wie eine Mehrwertsteuer auf jede Transaktion, ob nun Devisen verkauft werden oder Aktien oder phantasievolle Finanzprodukte. Bei jedem Klick  werden minimale Abgaben fällig, zum Beispiel 0,05%. Das tut normalen Geschäften nicht weh, lässt aber Zocker zögern, die im Minutentakt Millionen um die Welt jagen, um einen Vorteil an dieser oder jener Börse kurzfristig mitzunehmen. Weil es bei solchen Geschäften und Spekulationen um die Stellen hinter dem Komma geht „stört“ die Finanztransaktionssteuer. Sie ist Sand im Getriebe.<br><br></p>

<p><strong>Gefühlte Gerechtigkeit, geforderte Gerechtigkeit</strong><br></p>

<p>Für jeden Pulli, für jedes Leihauto, für jeden Frisörbesuch muss ja auch eine Mehrwertsteuer bezahlt werden. Warum nicht die Banken mittragen lassen an den Lasten? Sie, die Krisenverursacher, wurden von Steuermilliarden gerettet.<br><br></p>

<p>Heute meldete die Entwicklungsorganisation Oxfam: mit einer minimalen internationalen Finanztransaktionssteuer könne man jährlich bis zu 60 Milliarden US-Dollar erheben. Und damit den Hunger in der Welt wirksam bekämpfen.<br><br></p>

<p>Geht die Steuer nur weltweit, und auf einmal, wie viele Politiker argumentieren? Nein, ein erster Schritt könnte von Deutschland und Großbritannien ausgehen. Deren Börsen decken über 90% der Geschäfte in Europa ab. Eine Ministeuer von 0,05% würde allein in Deutschland 27 Milliarden Euro im Jahr einbringen. Viel Geld. Für den Sozialstaat. Oder für die Rettung von Arbeitsplätzen. Oder für die Umwelt. Eine Steuer zum Anfreunden, die die Handlungsstarre der Finanzminister aufheben würde.<br><br></p>

<p>MONITOR vom 05.11.2009: <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2009/1105/steuer.php5">Trotz Milliardengewinne – Keine Steuer auf Bankgeschäfte</a></p>]]>
</content>
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<title>SPD: &quot;Linksruck&quot; von oben</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/10/spd_linksruck_von_oben.html" />
<modified>2009-10-09T17:24:31Z</modified>
<issued>2009-10-03T07:47:11Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.8071</id>
<created>2009-10-03T07:47:11Z</created>
<summary type="text/plain">Jetzt also soll es Gabriel richten. Und schon ist vom &quot;Linksruck&quot; die Rede innerhalb und außerhalb der Sozialdemokratie. Dass der &quot;Netzwerker&quot; und langjährige Schröder-Intimus Gabriel jetzt als neue linke Hoffnung der schwer gebeutelten Partei durchgeht, zeigt, wie sehr sich das...</summary>
<author>
<name>Georg Restle</name>
<url>http://www.wdr.de/tv/monitor/team/restle.php5</url>
<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
</author>

<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="gabriel_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/gabriel_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left" />Jetzt also soll es Gabriel richten. Und schon ist vom "Linksruck" die Rede innerhalb und außerhalb der Sozialdemokratie. Dass der "Netzwerker" und langjährige Schröder-Intimus Gabriel jetzt als neue linke Hoffnung der schwer gebeutelten Partei durchgeht, zeigt, wie sehr sich das partei-interne Koordinatensysrem offenbar nach rechts verschoben hat. Für die selbsternannte SPD-Linke reicht es gerade noch zur Generalsekretärin. Die Palastrevolution ist ausgeblieben: Stattdessen ein "Linksruck" von oben, durchgemauschelt von den alten Schrödergranden der Partei. Und nur die üblichen Verdächtigen protestieren</p>]]>
<![CDATA[<p><br>Ansonsten Schweigen: Wowereit duckt sich weg und die junge Garde der Partei scheint sich mehr um Posten und Karrieren zu kümmern als einen Protest von unten zu organisieren, der programmatisch und personell einen Ausweg aus der Krise weisen könnte. <br><br></p>

<p><strong>Alte Zöpfe, laue Bäder</strong><br></p>

<p>Was in Berlin und Erfurt zur Zeit zu beobachten ist, beweist einmal mehr, dass es der SPD an Mut fehlt, alte Zöpfe endlich abzuschneiden. Das laue Bad einer großen Koalition scheint den Thüringer Sozialdemokraten gemütlicher als der raue Wind einer rot-rot-grünen Koalition. Und in Berlin vertraut man den Kungelrunden der alten Parteistrategen offensichtlich mehr als einer Urabstimmung der Basis. Dabei kann Veränderung für die SPD nur von unten kommen, von einer neuen mutigen Generation, für die der Kampf um soziale Gerechtigkeit noch ein Herzensanliegen ist - und keine großkoalitionäre Verhandlungsmasse. Aber davon ist nichts zu hören, nichts zu sehen. Es scheint so, als ob die SPD genau diese Generation in den letzten Jahren verloren habe.<br />
</p>]]>
</content>
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<title>Krieg in Afghanistan – Schluss mit Lebenslügen und Schönreden</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/09/krieg_in_afghanistan_schluss_m.html" />
<modified>2009-09-24T20:09:00Z</modified>
<issued>2009-09-08T11:08:40Z</issued>
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<created>2009-09-08T11:08:40Z</created>
<summary type="text/plain">Der Krieg in Afghanistan dauert schon länger als der Zweite Weltkrieg. Er wird beharrlich vom Verteidigungsminister je und je als &quot;Stabilisierungseinsatz mit robusten Mitteln“ verharmlost, gelegentlich ringt sich Jung auch das Wörtchen &quot;Kampfhandlungen“ ab. Aber bis zum Wochenende wurde uns...</summary>
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<name>Sonia Seymour Mikich</name>
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<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<![CDATA[<p><img alt="afghanistan_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/afghanistan_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left"/>Der Krieg in Afghanistan dauert schon länger als der Zweite Weltkrieg. Er wird beharrlich vom Verteidigungsminister je und je als "Stabilisierungseinsatz mit robusten Mitteln“ verharmlost, gelegentlich ringt sich Jung auch das Wörtchen "Kampfhandlungen“ ab. Aber bis zum Wochenende wurde uns von der Regierung vorgegaukelt, dass die Bundeswehr eine Art bewaffneter Arm von Amnesty International, Rotem Kreuz und Emma sei, um am Hindukusch Mädchenschulen, Brunnenbau und freie Wahlen zu fördern.</p>]]>
<![CDATA[<p><br><strong>Angst vor dem Bodybag</strong><br></p>

<p><br />
Und nun der Bombenangriff auf zwei gekaperte Tanklastwagen. Auch wenn ich nicht militärisch ausgebildet bin: sind zwei im Fluss steckengebliebene Tanklaster allen Ernstes eine unmittelbare Bedrohung für die Bundeswehrsoldaten am Ort? Tickte da eine Uhr? Konnte man sie nicht anders neutralisieren als mit Bomben?<br />
Oder hat die Eile damit zu tun, dass keine deutsche Soldaten im Bodybag auf Bildschirmen und in Schlagzeilen auftauchen sollen, erst recht nicht vor den Wahlen. Dann doch lieber auf Nummer sicher. Und das heißt: US-Hilfe aus der Luft statt deutsche Risiken auf dem Boden.<br><br></p>

<p></p>

<p><strong>Keine Exit Strategy</strong><br></p>

<p><br />
Über 4300 junge Männer und Frauen dienen in Afghanistan. Nach den Wahlen wird wohl noch aufgestockt. Sie riskieren ihr Leben, damit die Region - vielleicht - nicht wieder zum Treibhaus für Terrorismus wird. Damit eine Zivilgesellschaft irgendwann eine Chance hat. Dieses Irgendwann muss jetzt genauer besprochen werden. Nicht ob die Bundeswehr abgezogen wird sondern wann und wie? Das muss nicht den sofortigen Abzug bedeuten, das wäre unrealistisch. Exit strategy heißt das Wort, das zu jeder Kriegsführung gehört. Von der deutschen Regierung bislang vermieden, was ein Fehler ist. Ohne Vision vom Ende, ohne eine klare Absage an eine Dauerpräsenz am Hindukusch bleibt das deutsche Engagement Durchwurschteln, begleitet von Schönreden und Heuchelei. <br><br></p>

<p></p>

<p>Ob nun 50 oder 150 tote Taliban und Zivilisten – der Bundeswehreinsatz hat die Unschuld verloren. Am Fluss wurde mit einer Lebenslüge aufgeräumt, wir können uns jetzt ehrlich machen.<br />
<br><br><br />
<a href="http://www.wdr.de/tv/monitor//dossiers/terrorismus.php5">MONITOR-Dossier "Krieg gegen den Terrorismus"</a></p>]]>
</content>
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<title>Tschetschenien: die letzten Aufrechten gehen</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/07/tschetschenien_die_letzten_auf.html" />
<modified>2009-07-20T09:28:06Z</modified>
<issued>2009-07-20T06:29:38Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.7892</id>
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<summary type="text/plain">Vorhin las ich, dass die russischen Menschenrechtsorganisation Memorial ihr Büro in Grosny schließt, weil sie nach dem Mord an Natalja Estemirowa nicht mehr die Sicherheit der Mitarbeiter garantieren kann. Das deprimiert mich zutiefst, ich habe die Aktivisten, Anwälte, Historiker und...</summary>
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<name>Sonia Seymour Mikich</name>
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<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<![CDATA[<p><img alt="estemirowa_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/estemirowa_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left"/>Vorhin las ich, dass die russischen Menschenrechtsorganisation Memorial ihr Büro in Grosny schließt, weil sie nach dem Mord an Natalja Estemirowa nicht mehr die Sicherheit der Mitarbeiter garantieren kann. Das deprimiert mich zutiefst, ich habe die Aktivisten, Anwälte, Historiker und Journalisten von Memorial in den 90ern kennen- und respektieren gelernt, sie sind das humane, demokratische Gesicht des postsowjetischen Russland. Und in Tschetschenien der wohl letzte Hoffnungsschimmer für die Zivilbevölkerung, die seit gut 15 Jahren von Krieg, blutigen Bruderkämpfen, islamistischem Terror und staatlicher Willkür gequält wird.</p>]]>
<![CDATA[<p><br>Ich habe beobachtet, wie die NGOs, eine nach der anderen, die Kaukasusrepublik verließen oder verlassen mussten. Weil kein Warlord, keine Armee, keine Regierung für eine gute und kontinuierliche Arbeit garantieren konnte, weil zu viele Mitarbeiter bedroht oder entführt wurden. Weil Helfer grausam ermordet wurden. Aber beunruhigt das im Westen noch irgendjemanden? Ich fürchte nein.<br>Das jüngste Opfer in einer langen Kette politischer Morde war die 50jährige Natalja Estemirowa, die das Memorial-Büro in Grosny betrieb. Eine unerschrockene Journalistin, Freundin der ebenfalls ermordeten Anna Politkowskaja.<br><br><strong>Rechtsnihilismus</strong></p>

<p>Estemirowa hatte in den letzten Jahren versucht, die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien aufzuklären und die Schuldigen beim Namen zu nennen. Ihre Feinde: die lokalen Sicherheitskräfte des Präsidenten Ramsan Kadyrow, russische und tschetschenische Geheimdienstler, korrupte Militärs und Politiker in der ganzen Region. Sie kämpfte für Wahrheit und Freiheit in einer Region, in der niemand mehr sicher ist, weil der Rechtsnihilismus herrscht.<br>Für ihren Mut erhielt sie westliches Lob und westliche Auszeichnungen, sogar vom Europa-Parlament. (Die üblichen Accessoires, wenn westliche Politiker sich irgendwie schämen, so wenig für die Menschenrechte in Russland zu tun.) Die Bekanntheit schützte Estemirowa nicht.<br><br />
Zum wiederholten Mal sehe ich, dass die „Stabilität“ in Tschetschenien auf Mord gebaut ist. Sie wird mit Blut gewaschen. Sie bedeutet Staatsterror. Unter der Gewaltherrschaft des Putin-Zöglings Kadyrow ist kein Kritiker sicher, und nach dem Mord an die Journalistin, nach dem Schlussstrich von Memorial wird kaum jemand noch wagen, dieses zu belegen und auszusprechen.<br><br></p>

<p><strong>Leere Versprechungen, hohle Rhetorik</strong></p>

<p>Kanzlerin Merkel zeigte sich neulich beim Petersburger Dialog „bestürzt“, und Präsident Medwedjew versprach ihr „vollständige Aufklärung des Verbrechens“. Die übliche Rhetorik. Ich bin auch bestürzt. Weil wir im Westen nach jedem politischen Mord in Russland dasselbe sagen und dann zu den guten Geschäften übergehen, sei es nun die Opel-Rettung oder Erdgas-Versorgung. <br></p>

<p>Dabei gibt es sehr einfache Fragen, die wir an die russische Regierung stellen könnten (die gute und offene Partnerschaft wird ja oft genug betont).<br />
Warum ist bislang kein politischer Mord aufgeklärt worden?<br />
Wie lange gedenkt der Kreml den brutalen Kadyrow zu halten?<br><br />
<strong>Ist die Region außer Kontrolle geraten?</strong></p>

<p>Nur klare Fragen sind gute Fragen, und Medwedjew wird solche Klarheit etwas besser vertragen als sein Vorgänger Putin. Er erlaubte sich nach dem Mord an Estemirowa immerhin ein paar Worte des Bedauerns, eine kleine Dosis Rechtsstaatlichkeit. Wäre es wirklich vermessen, den Russen Hilfe bei der Strafverfolgung anzubieten oder Beobachter in die Kaukasusregion zu schicken?<br></p>

<p>Es ist wirklich deprimierend und beschämend, wie sehr wir im Westen den russischen Menschenrechtlern, Journalisten und Oppositionellen überlassen, die Fäulnis am Rande Europas beim Namen zu nennen. Diese wenigen Tapferen werden dafür erschossen, erschlagen, vergiftet. Ihre Reihen lichten sich. Es wird Zeit, dass wir ihnen etwas von dieser lebensgefährlichen Bürde abnehmen. <br />
</p>]]>
</content>
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<title>Vorbild Iran</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/06/vorbild_iran.html" />
<modified>2009-07-20T07:26:35Z</modified>
<issued>2009-06-16T15:36:08Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.7802</id>
<created>2009-06-16T15:36:08Z</created>
<summary type="text/plain">Was für ein Mut! Da demonstrieren im Iran inzwischen Hunderttausende gegen alle Verbote der Behörden, gegen radikalislamische Milizen, gegen Zensur und staatliche Unterdrückung. Die Opposition ist sich einig gegen Achmedinedschad, der den Iran spaltet zwischen den göttlich Berufenen und vorsichtigen...</summary>
<author>
<name>Sonia Seymour Mikich</name>
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<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="vote_iran.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/vote_iran.jpg" width="160" height="90" align="left"/>Was für ein Mut! Da demonstrieren im Iran inzwischen Hunderttausende gegen alle Verbote der Behörden, gegen radikalislamische Milizen, gegen Zensur und staatliche Unterdrückung. Die Opposition ist sich einig gegen Achmedinedschad, der den Iran spaltet zwischen den göttlich Berufenen und vorsichtigen Reformern, zwischen Männerrechten und Frauenrechten, zwischen Ethnien und Glaubensrichtungen, zwischen dem 21. Jahrhundert und einer extremistisch ausgelegten Religiosität. Jeder Tote oder Verletzte in diesen Tagen ist dieser kranken Spaltung geschuldet.</p>]]>
<![CDATA[<p><br>Ich war am Wochenende beeindruckt von der hohen Wahlbeteiligung, die den Grad der Politisierung - gerade auch der Jungen - so vorbildlich macht. Jahrzehnte Gängelung  haben die demokratische Energie nicht ersticken können. Ob nun ein Wahlbetrug im großen Stil später beweisbar ist, ob Hussein Mussawi eine wahrhaftige Perspektive bietet - das ist in diesen Stunden fast egal. Sondern: wird der Machtkampf auf den Straßen ausgefochten? Es demonstrieren heute Nachmittag Regierungstreue und Oppositionelle, jeweils zu Tausenden, wenige hundert Meter von einander entfernt. Blutige Auseinandersetzungen sind möglich. Wir Beobachter im Westen halten den Atem an, viel mehr bleibt uns nicht. Aber ich hoffe und setze darauf, dass die Aufmerksamkeit der Welt nicht wieder so flott nachlässt. Denn in Teheran vollzieht sich Geschichte.<br><br />
<strong>Grenzenloser Mut</strong><br>Die Jungen, die Frauen, die Intellektuellen, die Säkularen, die kluge Geistlichen im Iran - sie gehen über ihre Grenzen, weil ihre Erwartungen an einen möglichen Neuanfang grenzenlos sind. Eine (islamische) Zivilgesellschaft des 21.Jahrhunderts, die sich der jetzigen Elite entledigt und wieder Ansehen in der Weltgemeinschaft hat. <br><br />
Ich fuhr am Morgen Taxi mit einem älteren Exil-Perser, der das Schah-Regime bekämpft hatte und die Ajatollah-Diktatur verachtete. Er hörte laufend Radioprogramme in Farsi und versuchte an den roten Ampeln die Twitter-Meldungen und SMS auf seinem Handy zu entziffern. So aufgeregt, so hoffnungsvoll, so wütend, dass seine Fahrweise uns beide in Gefahr brachte. Will damit sagen: ein monumentales Aufbegehren findet in diesem Land statt. Sie wollen eine Zukunft, in der Freiheit, Anstand, Patriotismus zusammengehen. Die Mutigen sind bereit dafür zu sterben. Und wir im Westen sollten uns davon berühren lassen.</p>]]>
</content>
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<title>Der Selbstbetrug der SPD</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/06/der_selbstbetrug_der_spd.html" />
<modified>2009-06-10T10:09:23Z</modified>
<issued>2009-06-09T10:36:32Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.7791</id>
<created>2009-06-09T10:36:32Z</created>
<summary type="text/plain">Seit Jahren berichten wir bei MONITOR über die SPD. Und seit Jahren verfolgen wir mit Kopfschütteln, wie diese Partei sich immer tiefer ihr eigenes Grab schaufelt. Und jetzt, nach der Europawahl mit weiteren Minuszahlen? Ein &quot;Mobilisierungsproblem&quot; habe es gegeben bei...</summary>
<author>
<name>Georg Restle</name>
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<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="spd_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/spd_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left" />Seit Jahren berichten wir bei MONITOR über die SPD. Und seit Jahren verfolgen wir mit Kopfschütteln, wie diese Partei sich immer tiefer ihr eigenes Grab schaufelt. Und jetzt, nach der Europawahl mit weiteren Minuszahlen? Ein "Mobilisierungsproblem" habe es  gegeben bei der Europawahl, will man den Analysen der SPD-Fürsten Glauben schenken. Gut 20 %, mehr nicht. Zudem desaströse Ergebnisse bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg und anderswo. Die SPD ist vielerorts zur dritten Kraft sogar hinter die Grünen zurückgefallen. Alles nur ein Mobilisierungsproblem?</p>]]>
<![CDATA[<p><br><strong>Leeres Zukunftsprogramm, falscher Kandidat</strong><br></p>

<p>Nein, diese SPD hat offensichtlich nichts aus ihren Niederlagen gelernt. Denn die Nicht- und Anderswähler werden zu dieser SPD nicht mehr zurück kehren, weil die Partei aus ganz anderen Gründen verliert: Diese SPD hat vor allem ein Glaubwürdigkeits- und ein Personalproblem. Sie hat den falschen Kanzlerkandidaten und keinerlei Zukunftsprogramm in einer der schwersten Krisen des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Sie ist personell und programmatisch immer noch die Agenda-2010-Partei, von der sich die Stammwähler mit Grausen abgewendet haben. Und sie ist eine Partei, die jetzt hilf- und atemlos versucht, durch populistische Manöver von Tag zu Tag ihr programmatisches Defizit zu überwinden. Europa zeigt: Die rosarot gewandelten Projekte einer „neuen“ Sozialdemokratie, die irgendwo im Nirgendwo ihren "Dritten Weg" suchten, sind gescheitert. In Großbritannien wie in Frankreich und Deutschland.<br><br />
Mit Steinmeier, einem der Chefdenker dieser Richtung als Kanzlerkandidaten, wird die SPD in Deutschland keine Chance mehr haben. Die zahlreichen Zuschriften, die wir von unseren Zuschauern zu diesem Thema erhalten, zeigen das - und die Wahlergebnisse sowieso.<br />
</p>]]>
</content>
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<title>Opel - von fern betrachtet</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/05/opel_von_fern_betrachtet.html" />
<modified>2009-05-28T13:57:15Z</modified>
<issued>2009-05-28T13:16:00Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.7770</id>
<created>2009-05-28T13:16:00Z</created>
<summary type="text/plain">Ein paar Tage Aufenthalt in Washington und ich bin ernüchtert. Die bevorstehende Insolvenz von General Motors übertönt jedes kleine Geräusch aus Europa, dass auch dort Hunderttausende Existenzen vom Untergang des Autoriesen bedroht sind. Opel? Wer ist das, was ist das?...</summary>
<author>
<name>Sonia Seymour Mikich</name>
<url>http://www.wdr.de/tv/monitor/mikich/index.php5</url>
<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
</author>

<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="opel_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/opel_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left" />Ein paar Tage Aufenthalt in Washington und ich bin ernüchtert. Die bevorstehende Insolvenz von General Motors übertönt jedes kleine Geräusch aus Europa, dass auch dort Hunderttausende Existenzen vom Untergang des Autoriesen bedroht sind. Opel? Wer ist das, was ist das? In den Fernsehnachrichten, in den Zeitungen tauchen die dramatischen Krisensitzungen im fernen Berlin nicht auf.</p>]]>
<![CDATA[<p><br>Nicht ein einziges Mal. Dazu passt, dass keine hochrangigen Vertreter der US-Regierung mitverhandeln, obwohl der amerikanische Staat demnächst mit 70% Anteilen der Haupteigner des taumelnden Konzerns ist – und Interesse an einer ordentlichen Abwicklung der europäischen Töchter haben müsste. Aber es gilt halt "America first“. Die GM-Spitze hat es in den letzten Monaten auch nie anders gesagt: wir gehen Kontinent für Kontinent vor.</p>

<p><br />
GM ist ein nationaler Mythos, bis 2008 der größte Autokonzern der Welt, Symbol für den American Way of Life. Mobilität! Zukunftshoffnungen! Wohlfahrtkapitalismus! Der Konzern sorgte so gut für seine Mitarbeiter, dass er bis in die 80er hinein als Generous Motors, großzügig respektiert wurde. (Der letzte Baustein  kapitalistischer Fürsorge fiel, als aufgrund der Löcher im Gesundheitsfonds der Anspruch auf Viagra für GM-Rentner gestrichen wurde). Das alles lerne ich in diesen Tagen.</p>

<p><br />
Was ist mit gewerkschaftlicher Solidarität? Die Union of Auto Workers nimmt ein Horrorprogramm schwerer Einschnitte hin, um den Konzern retten zu helfen. Fabrikschließungen, Lohnkürzungen, Wegfall von Zuschlägen und Sozialleistungen. Da hat – verständlicherweise? – niemand Energie oder Motivation, sich in die Existenzängste der Kollegen in Bochum hineinzudenken. Die Regierung? Washington will Berlin weich kochen, möglichst viel herausholen. Geld ist nicht zu verschenken, wenn dem US-Steuerzahler Milliarden Dollar (es geistert die Zahl 50) zugemutet werden. Die Bandagen sind hart, und es hilft nicht, dass das  wirtschaftliche und juristische Geflecht von GM und den europäischen Töchtern für normale Zuschauer oder Leser kaum durchschaubar ist.</p>

<p><br />
Wer oder was ist Opel? Kein Thema. Das ist eine heftige Lektion für eine Journalistin, die im Internet nachhaken muss, wenn sie wissen will, was los ist.</p>

<p><br />
PS. Soeben habe ich im National Public Radio, dem nicht-kommerziellen Radio immerhin eine einminütigen Bericht gehört, dass Washington mit Berlin verhandelt.<br />
</p>]]>
</content>
</entry>

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<title>Der Fall Kermani</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/05/der_fall_kermani.html" />
<modified>2009-05-20T09:51:56Z</modified>
<issued>2009-05-18T13:26:00Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.7750</id>
<created>2009-05-18T13:26:00Z</created>
<summary type="text/plain">Der in Deutschland geborene Navid Kermani, ein europäischer Intellektueller, wird den Hessischen Kulturpreis nicht bekommen. Warum? Weil zwei Christen sich stur stellen anlässlich eines einzelnen Textes von Kermani, den sie möglicherweise noch nicht einmal zu Ende gelesen haben. Kermani preist...</summary>
<author>
<name>Sonia Seymour Mikich</name>
<url>http://www.wdr.de/tv/monitor/mikich/index.php5</url>
<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
</author>

<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="kermani_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/kermani_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left" />Der in Deutschland geborene Navid Kermani, ein europäischer Intellektueller, wird den Hessischen Kulturpreis nicht bekommen. Warum? Weil zwei Christen sich stur stellen anlässlich eines einzelnen Textes von Kermani, den sie möglicherweise noch nicht einmal zu Ende gelesen haben. Kermani preist darin die Schönheit der Religion ohne den Schrecken zu verdrängen, den ein gemarterter Körper beim Betrachter auslöst. Er schreibt kompliziert und poetisch. Wie unendlich peinlich dieser Vorfall ist. Ich will es nicht beim Fremdschämen belassen. </p>]]>
<![CDATA[<p><br><strong>Was geschah: </strong><br><br>Die Vertreter von drei großen Weltreligionen sollten im Juli mit dem Hessischen Kulturpreis ausgezeichnet werden. Nach Ansicht des Kuratoriums haben die Preisträger "in einer besonderen Weise zur toleranten, weltoffenen und zukunftsgewandten Perspektive der deutschen Gesellschaft beigetragen.“ Die Jury unter Vorsitz des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch hatte sich geeinigt auf: Karl Kardinal Lehmann, Peter Steinacker, den ehemaligen Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen, Salomon Korn, den stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrates der Juden und zuletzt auf den Schriftsteller und Islamwissenschaftler Navid Kermani. <br />
<br><br />
Die beiden christlichen Würdenträger erfuhren dann von einem Text Kermanis und waren empört. In diesem Artikel schildert der Autor unter anderem mit starken, provokanten Worten seine Ablehnung der Kreuzestheologie, ohne zu verschweigen, dass er der Inszenierung von Leiden in seiner eigenen Religion ebenso kritisch gegenüber steht. Lehmann schrieb daraufhin Roland Koch mit einer klaren Botschaft: Kermani bringe ein zu "geringes Maß an Toleranz und an Willen“, andere und fremde Religionen zu verstehen. Er sei nicht bereit, mit Kermani diesen Preis anzunehmen. Die Jury entschied sich für Lehmann und gegen Kermani, ließ letzterem den Preis einfach wieder aberkennen,  ohne dies Kermani mitzuteilen. Der erfuhr durch die FAZ von diesem Schritt.<br />
<br><br />
<strong>Meiner Kollegin <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor//team/schayani.php5">Isabel Schayani</a>, die die Schriften und Haltung Kermanis gut kennt und selbst ein sehr religiöser Mensch ist, will ich diesmal den Blogplatz freimachen. Und Sie da draußen bitten, zu kommentieren:</strong><br><br />
<strong>Drei Fragen an Roland Koch: </strong><br><br />
Es ergeben sich ein Haufen, ein Hügel, ein Berg von Fragen. Aus diesem Berg nur wenige und diese  an den Vorsitzenden der Jury des Hessischen Kulturpreises, an jenen Politiker, der wahlweise mal im Wahlkampf mit Fremdenfeindlichkeit punkten will und sich dann wieder mit  kritischen Muslimen zu zieren sucht. An Roland Koch drei Fragen: <br><br />
<blockquote>Warum, Herr Koch, entscheiden Sie sich nach der Kritik des christlichen Preisträgers an einem Text des muslimischen Preisträgers, für den Kritiker? Oder deutlicher: Warum opfern Sie den Muslim für den Christen? Hätten Sie ebenso entschieden, wenn der kreuzkritische Text von Herrn Korn gekommen wäre? An die Gleichheit der Preisträger will man bei Ihrer Entscheidung nicht glauben. </blockquote><br />
<blockquote>Wieso, Herr Kuratoriumsvorsitzender, teilen Sie die "Aberkennung“ dem Aberkannten nicht selber mit, sondern leiten dies gleich per Pressemitteilung an die Öffentlichkeit weiter? Weil das zur hessischen Kultur des Respektes gehört?  Wo war die Wertschätzung für einen, den Sie auf der Bühne „integrieren“ wollten? </blockquote><br />
<blockquote>Wofür, Herr Ministerpräsident, wollen Sie jetzt eigentlich die drei Übriggebliebenen auszeichnen? Für Toleranz? für Respekt? Für einen Dialog, der nicht stattfindet? Machen Sie es sich einfacher, nennen Sie den Preis um. Hessischer Kulturpreis für alle, die so denken, wie es uns gefällt.</blockquote> <br><strong>Es geht weiter:</strong><br><br></p>

<p>Das Kuratorium entschied sich am 18.5. den Termin für die Preisverleihung zu verschieben, um Zeit zu gewinnen, in der man mit Kermani Gespräche führen könne. Roland Koch ließ verlautbaren, "die jetzigen Schwierigkeiten seien symptomatisch für das angespannte Verhältnis von religiöser Überzeugung und kultureller Toleranz.“<br><br></p>]]>
</content>
</entry>

<entry>
<title>&quot;Mother&apos;s Little Helper&quot; - Den Stress wegschlucken</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/04/mothers_little_helper_den_stre.html" />
<modified>2009-04-24T15:19:31Z</modified>
<issued>2009-04-23T17:30:22Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.7687</id>
<created>2009-04-23T17:30:22Z</created>
<summary type="text/plain">Gestern abend sah ich eine übermüdete, blasse Kollegin, die im Gehen irgendetwas aß, gleichzeitig ein Kind per Handy tröstete und stumm ausrechnete, ob sie den letzten Zug nach Hause wohl schafft. Ob Sendezeit, Abgabetermin, Schichtende - die meisten erfahren täglich...</summary>
<author>
<name>Sonia Seymour Mikich</name>
<url>http://www.wdr.de/tv/monitor/mikich/index.php5</url>
<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
</author>

<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="pillen_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/pillen_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left" />Gestern abend sah ich eine übermüdete, blasse Kollegin, die im Gehen irgendetwas aß, gleichzeitig ein Kind per Handy tröstete und stumm ausrechnete, ob sie den letzten Zug nach Hause wohl schafft. Ob Sendezeit, Abgabetermin, Schichtende - die meisten erfahren täglich an Leib und Seele, was es heisst, immer den Vorgaben, dem Erfolg oder dem Abschluss hinterherzuhecheln.</p>

]]>
<![CDATA[<p><br />
Die Zahlen der Krankenkassen sind deutlich. Millionen nehmen regelmässig Psychopharmaka ein. Zum Aufputschen, zum Beruhigen. "Mother's Little Helper", wie die Rolling Stones bereits vor Jahrzehnten sangen. Damals noch ein Skandal, inzwischen wundert sich kaum jemand, dass so viele Menschen zu künstlichen Helfern greifen, um mit Stress fertigzuwerden.<br />
<br /></p>
<p>Stress kann positiv sein, Leistungsreserven aus einem herausholen. Ich mag es, "gegen die Uhr" zu gewinnen oder eine fast unmögliche Aufgabe doch noch zu lösen. Aber das Gefühl, immerzu Teil einer Produktionskette zu sein wird auf Dauer zermürben. Anhängsel meines Blackberrys zu sein ist keine besonders reizvolle Perspektive. Workaholics merken zu spät, dass sie die Welt nur noch mit einem Tunnelblick wahrnehmen: Erfolg ist alles, Schwäche ist verboten.<br />
<br /></p>
<p>In Huxley's "Brave New World" machen sich die Bewohner durch Einnahme von "Soma" fit und anpassungsfähig. Sie sind glattpolierte Rädchen in einem fürchterlichen Automatismus. Sie können nicht mehr wirklich lieben, denken, streiten, sich wehren. Doch jetzt in der Wirtschaftskrise, wenn der Leistungsdruck zunehmen wird, werden wir genau solche Fähigkeiten zum Überleben brauchen.<br />
<br /></p>
<p>Links:<br />
<br />
<a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2009/0423/doping.php5">MONITOR vom 23.04.2009: Krise essen Seele auf - Doping am Arbeitsplatz</a></p>

]]>
</content>
</entry>

<entry>
<title>SchülerVZ - Kinder allein im Netz</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/03/schulervz_kinder_allein_im_net.html" />
<modified>2009-03-14T18:34:52Z</modified>
<issued>2009-03-12T18:35:04Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.7602</id>
<created>2009-03-12T18:35:04Z</created>
<summary type="text/plain">Neulich sagte ein Freund, der seine Tochter sehr liebt und ihre Privatsphäre unbedingt respektiert, etwas Erstaunliches: &quot;Wenn sie im Internet im SchülerVZ unterwegs ist und mit irgendwelchen Leuten chattet, will ich jederzeit in ihr Zimmer dürfen, um zu kontrollieren, was...</summary>
<author>
<name>Sonia Seymour Mikich</name>
<url>http://www.wdr.de/tv/monitor/mikich/index.php5</url>
<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
</author>

<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="kinderpc_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/kinderpc_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left"/>Neulich sagte ein Freund, der seine Tochter sehr liebt und ihre Privatsphäre unbedingt respektiert, etwas Erstaunliches: "Wenn sie im Internet im SchülerVZ unterwegs ist und mit irgendwelchen Leuten chattet, will ich jederzeit in ihr Zimmer dürfen, um zu kontrollieren, was da abgeht." Ich fand ihn eher peinlich und kontrollsüchtig und verstand gut, dass das Mädel stinksauer auf den autoritären Vater ist.</p>]]>
<![CDATA[<p><br />
Ich bin jetzt ganz anderer Meinung. Nach dem Amoklauf von Winnenden ist mir die digitale Welt der Kinder und Jugendlichen unheimlich. Wie ein fremder Kontinent. Die Jungen sind die Einheimischen, völlig zuhause im Netz. Die Erwachsenen meist Immigranten - mit einem Durchblick zweiter Klasse.</p>

<p></p>

<p><br />
Da liest man:</p>

<p></p>

<p>"Jeder, der nicht die Ansichten und die Interessen der Herde teilt, wird fertiggemacht." </p>

<p></p>

<p>"Ich finde, dass der Täter auch Opfer ist. Ein Opfer von Medienmissbrauch und virtuellen Fluchtwelt."</p>

<p></p>

<p>"Ich wünsche mir zum Geburtstag den Tod der Menschheit."</p>

<p></p>

<p><br />
So viel Not, so viel Einsamkeit, so viel Zorn auf die Restwelt. Das wirkt - noch dazu auf einem Bildschirm - härter und trauriger als je irgendwelche pubertären Ausraster aus meiner Jugendzeit.</p>

<p></p>

<p><br />
<strong>Verlierer und Außenseiter</strong></p>

<p><br />
Mobbing ist ein riesiges Thema für die Jungen in den Internet-Foren. Kaum verwunderlich, denn in den letzten Jahren ist unsere Gesellschaft immer gnadenloser mit Verlierern, Armen, Außenseitern umgegangen. Wer nicht mitmacht, ist schwach und uninteressant.</p>

<p></p>

<p><br />
Jugendliche beschimpfen sich: "Du Opfer!". Da schwingt kein Mitleid oder Verstehen mehr mit. Und eine perfekte, schnell Kommunikationstechnik macht es einfach, andere fertigzumachen.<br />
Und Eltern, Lehrer - sie bekommen nichts davon mit. Und lassen ihre Kinder im Netz allein chatten.</p>

<p></p>

<p><br />
Ratlosigkeit, Ratlosigkeit. Und ein Wunsch, das Abschotten der Jungen irgendwie zu durchbrechen. Nahezubringen, dass Reden - Auge in Auge - etwas Schönes und Wärmendes ist. Und dass Empathie und Solidarität kein oller Kram von gestern sind.</p>

<p></p>

<p><br />
<a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2009/0312/schuelervz.php5">MONITOR vom 12.03.2009: Porno, Drogen, rechte Parolen - Jugendschutz bei „Schüler VZ“</a></p>]]>
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<title>Die Zeit drängt, los!</title>
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<modified>2009-02-21T13:28:28Z</modified>
<issued>2009-02-18T13:23:00Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.7571</id>
<created>2009-02-18T13:23:00Z</created>
<summary type="text/plain">Ich verliere die Geduld. Ich möchte, dass diejenigen, die Milliardenverluste, Zwangsversteigerungen und verlorene Arbeitsplätze verantworten, die lügen, die schlecht arbeiten, die unkontrolliert und unverfroren die Welt unter sich aufteilen endlich haftbar gemacht werden. Auf Abfindungen, Dividenden oder Boni verzichten? In...</summary>
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<name>Sonia Seymour Mikich</name>
<url>http://www.wdr.de/tv/monitor/mikich/index.php5</url>
<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="papst_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/schatten.jpg" width="160" height="90" align="left"/>Ich verliere die Geduld. Ich möchte, dass diejenigen, die Milliardenverluste, Zwangsversteigerungen und verlorene Arbeitsplätze verantworten, die lügen, die schlecht arbeiten, die unkontrolliert und unverfroren die Welt unter sich aufteilen endlich haftbar gemacht werden. Auf Abfindungen, Dividenden oder Boni verzichten? In diesen Zeiten müsste das selbstverständlich ein. Und einen Glorienschein gibt es dafür auch nicht. Untersuchungsausschüsse einrichten? Aber ganz schnell. Wer, wenn nicht Volksvertreter (ohne Lobbyismusverdacht) muss klären, wie es zur milliardenschweren Zockerei kam, wer wie viel daran verdiente.</p>]]>
<![CDATA[<p></p>

<p><br />
Die handelnden Personen juristisch verfolgen? Überall, wo kriminelle Absprachen, Vertuschung, Ausspionieren, Insider-Trading gang und gäbe waren, dürfen Staatsanwälte aktiv werden.</p>

<p></p>

<p><br />
<strong>Versager-Reigen</strong></p>

<p>In diesem Versager-Reigen dürfen auch nicht die herumirrenden Spitzenpolitiker fehlen, die jeden Tag ihre Ratlosigkeit in ein neues Schlagwort verpacken. Bad Banks, Enteignung, Schuldenbremse. Manches ist absurd, manches einen Versuch wert, um Zeit zu gewinnen. Aber kräftige Ideen für einen wirklichen Neubeginn fehlen. Der Kapitalismus der letzten zwei Jahrzehnte ist todkrank, es wird und muss etwas Anderes kommen. Wann wird das endlich ausgesprochen? Die Systemfrage kommt, wegducken hilft nicht. Warum überlässt die politische Elite das Nach- und Vordenken ein paar Wissenschaftlern, Wirtschaftsethikern oder Aktivisten?</p>

<p><br />
<strong><br />
Wille zur Gerechtigkeit</strong></p>

<p>Raus aus dem Angstschatten der Rezession! Ich verliere die Geduld und will über Fortschritt reden dürfen und nicht nur über Rettungsschirme. Es fehlt der Anspruch die Zukunft besser machen zu wollen und für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft zu sorgen. Es fehlt eine Agenda. Aber nicht eine Variante von "2010" sondern die der sozialen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit, in den Zeiten der globalen Krise. Ich wäre schnell von Politikern überzeugt, die die Auswüchse einer entfesselten globalen Marktwirtschaft bändigen wollen und sich nicht von der Grösse der Aufgabe dauernd so erschrecken lassen. Ich liesse mich inspirieren von einem sturen Willen, es besser zu machen. Ich würde den Wahlen nicht mit diesem mauen Gefühl entgegensehen, dass niemand für irgendetwas einsteht, haftet. <br />
</p>]]>
</content>
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<title>Papst Benedikt und der Antisemitismus</title>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.wdrblog.de/monitor/archives/2009/02/nein_der_skanda.html" />
<modified>2009-03-05T16:19:50Z</modified>
<issued>2009-02-04T17:41:05Z</issued>
<id>tag:www.wdrblog.de,2009:/monitor//29.7541</id>
<created>2009-02-04T17:41:05Z</created>
<summary type="text/plain"> Nein, der Skandal um Papst Benedikt und die antisemitischen Äußerungen eines Bischofs der ultrakonservativen Piusbrüderschaft kommt nicht überraschend. Er ist auch nicht Ausdruck einer völlig entrückten Haltung des Vatikans. Er wirft vielmehr ein bezeichnendes Schlaglicht auf die große Nähe...</summary>
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<name>Georg Restle</name>
<url>http://www.wdr.de/tv/monitor/team/restle.php5</url>
<email>andreas.thenhaus@fm.wdr.de</email>
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<content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.wdrblog.de/monitor/">
<![CDATA[<p><img alt="papst_160x90.jpg" src="http://www.wdrblog.de/monitor/papst_160x90.jpg" width="160" height="90" align="left"/> Nein, der Skandal um Papst Benedikt und die antisemitischen Äußerungen eines Bischofs der ultrakonservativen Piusbrüderschaft kommt nicht überraschend. Er ist auch nicht Ausdruck einer völlig entrückten Haltung des Vatikans. Er wirft vielmehr ein bezeichnendes Schlaglicht auf die große Nähe des derzeitigen Papstes zu traditionalistischen Gruppierungen, die die Reformen des Zweiten vatikanischen Konzils erbittert bekämpfen und dabei auch nicht vor unheiligsten Allianzen zurück schrecken.</p>]]>
<![CDATA[<p>Bereits im Jahr 2004 hatte MONITOR über das Netzwerk dubioser traditionalistischer Vereinigungen im Bistum St.Pölten berichtet - Vereinigungen, deren Publikationen als antisemitisch und "deckungsgleich mit dem modernen Rechtsradikalismus" bezeichnet werden dürfen. Diese Vereinigungen hatte der damalige Kardinal Josef Ratzinger ausdrücklich gelobt und "alle Unterstützung" empfohlen, obwohl die Deutsche Bischofskonferenz deren Glaubensinhalte ausdrücklich ablehnt. </p>

<p><br />
Es war auch kein Zufall, daß der Papst beim Weltjugendtag in Köln ausgerechnet die Pfarrei Sankt Pantaleon besuchte, um dort Seminaristen aus aller Welt zu treffen. St. Pantaleon ist die einzige Kölner Pfarrei, die dem Opus Dei anvertraut ist, einer Vereinigung, die sich u.a. durch mittelalterliche Rituale und erzkonservative Einstellungen auszeichnet. Auch hierüber hatte MONITOR berichtet. </p>

<p><br />
Dieser Papst fühlt sich "katholischen" Traditionalisten in und außerhalb der katholischen Kirche zutiefst verbunden. Dass diese Gruppierungen antisemitische Äußerungen ihrer Mitglieder zumindest dulden, teilweise sogar offen vertreten, zeigt, wie langlebig ein tief in der Geschichte des Christentums verankerter Antisemitismus offenbar sein kann. Dass dieser Antisemitismus jetzt wieder Platz gefunden hat in der Mitte der katholischen Kirche, dafür muss sich nun ausgerechnet ein deutscher Papst verantworten. Dies macht diesen Skandal so unerträglich.</p>

<p></p>

<p><a href="http://www.wdr.de/tv/monitor//extra/rueckblick/fundamentalismus.php5">Zum MONITOR-Beitrag vom 22.07.2004</a></p>]]>
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