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Opel - von fern betrachtet
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Opel - von fern betrachtet
Donnerstag, 28.05.2009
Opel - von fern betrachtet
Ein paar Tage Aufenthalt in Washington und ich bin ernüchtert. Die bevorstehende Insolvenz von General Motors übertönt jedes kleine Geräusch aus Europa, dass auch dort Hunderttausende Existenzen vom Untergang des Autoriesen bedroht sind. Opel? Wer ist das, was ist das? In den Fernsehnachrichten, in den Zeitungen tauchen die dramatischen Krisensitzungen im fernen Berlin nicht auf.
Nicht ein einziges Mal. Dazu passt, dass keine hochrangigen Vertreter der US-Regierung mitverhandeln, obwohl der amerikanische Staat demnächst mit 70% Anteilen der Haupteigner des taumelnden Konzerns ist – und Interesse an einer ordentlichen Abwicklung der europäischen Töchter haben müsste. Aber es gilt halt "America first“. Die GM-Spitze hat es in den letzten Monaten auch nie anders gesagt: wir gehen Kontinent für Kontinent vor.
GM ist ein nationaler Mythos, bis 2008 der größte Autokonzern der Welt, Symbol für den American Way of Life. Mobilität! Zukunftshoffnungen! Wohlfahrtkapitalismus! Der Konzern sorgte so gut für seine Mitarbeiter, dass er bis in die 80er hinein als Generous Motors, großzügig respektiert wurde. (Der letzte Baustein kapitalistischer Fürsorge fiel, als aufgrund der Löcher im Gesundheitsfonds der Anspruch auf Viagra für GM-Rentner gestrichen wurde). Das alles lerne ich in diesen Tagen.
Was ist mit gewerkschaftlicher Solidarität? Die Union of Auto Workers nimmt ein Horrorprogramm schwerer Einschnitte hin, um den Konzern retten zu helfen. Fabrikschließungen, Lohnkürzungen, Wegfall von Zuschlägen und Sozialleistungen. Da hat – verständlicherweise? – niemand Energie oder Motivation, sich in die Existenzängste der Kollegen in Bochum hineinzudenken. Die Regierung? Washington will Berlin weich kochen, möglichst viel herausholen. Geld ist nicht zu verschenken, wenn dem US-Steuerzahler Milliarden Dollar (es geistert die Zahl 50) zugemutet werden. Die Bandagen sind hart, und es hilft nicht, dass das wirtschaftliche und juristische Geflecht von GM und den europäischen Töchtern für normale Zuschauer oder Leser kaum durchschaubar ist.
Wer oder was ist Opel? Kein Thema. Das ist eine heftige Lektion für eine Journalistin, die im Internet nachhaken muss, wenn sie wissen will, was los ist.
PS. Soeben habe ich im National Public Radio, dem nicht-kommerziellen Radio immerhin eine einminütigen Bericht gehört, dass Washington mit Berlin verhandelt.
Weitere Verweise zu Opel - von fern betrachtet
Kommentare zum Eintrag Opel - von fern betrachtet
Mikich: "Das ist eine heftige Lektion für eine Journalistin, die im Internet nachhaken muss, wenn sie wissen will, was los ist."
Wenn Zwei sich "streiten" freut sich der Dritte, bzw. versucht er seinen Profit daran zu maximieren - "we love to entertain you"!?
Surfen auf dem Zeitgeist (Leichenfledderei), weil man ja als "braver Bürger", dieses "freiheitlichen" Systems von "Wer soll das bezahlen?" und gebildeter Suppenkaspermentalität, seine Verantwortung mit Kreuzchen auf dem Blankoscheck an und in die leichtfertige Überproduktion von systematisch-systemrationalem Kommunikation delegiert hat!?
Eine eindeutig wahrhaftige Welt- und Werteordnung OHNE ... ist absolut möglich, wenn man / "Individualbewußtsein" sich nicht mehr so billig in der Kompromissbereitschaft korrumpieren / verkommen läßt!
hto am 29.05.09 10:20
Hallo Sonia,
ich lese gerade das Du in Oxford geboren bist - also ist dir dein so charmanter "British Akzent" mit in die Wiege gelegt worden....
Deinen Blog fand ich informativ und angenehm persönlich. Merci. Schade das du nicht länger in Washington bleiben konntest!
BBC Online USA hat gestern übrigens auch das Opelthema behandelt.
Ich wünsche Dir viel Spaß in Big Apple, und freue mich auf mehr Blog von dort.
Bis auf ein anderes Mal
back in Kölle.
Tobias Baader am 29.05.09 16:42
Wer oder was ist Opel? Kein Thema (in den USA).
Klar ist das kein Thema in den USA. Nur wir Deutsche kümmern ums um Ausländer. Müssen wir tun, wegen Vergangenheit und so...
Michael K. am 11.06.09 23:18
Sehr geehrte Damen und Herren,
ein Überbrückungskredit ist nun schon fast aufgebraucht und immer ist noch keine Einigung in
Sicht.Ja man möchte auch soviele Geld der Steuerzahler haben wie nur möglich.Ich persönlich
sehe Ähnlichkeiten zur Siemens-Geschichte.Die staatlichen Gelder einsacken und die Firma trotzdem
"Pleite"gehen lassen,denn man will es kaum glauben
so etwas rechnet sich!
Die Menschen die dort arbeiten glauben noch an eine
gute Einigung.Aber warum diese Firma retten wollen
und die anderen zu Hartz 4 verdammen?Weil die amerikaner dort drin stecken und wer weiß noch wer!
Die Firma Opel sollte Pleite gehen,alles andere ist nur aufgeschoben und eine Sonderstellung zu anderen
Firmen hat Opel nicht verdient.Andere sind schon längst auf der Strasse und meist sind diese Menschen hoch qwanifiziert.Wie Autos gebaut werden
dürfte doch wohl jedem klar sein.Ca.80% Produktion
sind ungelernt und die anderen 20% sind die gelernten,wie Reperatur und Entwicklung und Büro.
Joachim Richter am 6.08.09 10:52
Jetzt wissen wir warum alles so zögerlich war von
GM,dieser Verbund hatte nie vor Opel Deutschland
her zu geben.Von hier kommt die ganze Technik und
das kann sich kein Konzern leisten nur noch veraltete Motoren die 30 Liter fressen im Programm
zu haben.Außerdem rechnet man bei GM mit den geflossenen und kommenden Milliarden der dummen CDU.
Das alles geschah erst nach der Wahl wer weiß! Das ein
Obama glaubwürdiger ist darüber kann ich nur lachen.
Denn die US-Regierung hält über 50% der Mehrheit
bei GM,da sage mir noch mal jemand "Smily" hätte
das nicht gewußt mit GM.Der Obama hat selbst genug
zu tun um seine Glaubwürdigkeit zu halten,die aber
arg wachelt.
Joachim Richter Ing. am 9.11.09 9:14
Und nun kommt der letzte Akt um Opel.Ein Ausverkauf
der Marke:"Liebe Polen wir wollen bei euch 1000
Menschen entlassen,wieviel wollt ihr uns an Geldern
geben!?" So kommt Belgien,England und alle anderen Standplätze ins Spiel.Es geht nicht um Menschen,nein
es geht um knallharte Milliarden! Die aber Schlafmützen bei Opel(Manager),nicht zu zahlen brauchen,diese halten nur die Hände auf wie immer.
Schaut man sich die Produktion und die Technik an,so
ist diese völlig veraltet und überholt!!Man hat ebend bei GM und all die anderen Autofirmen geschlafen,die Leiter dachten das ginge immer so weiter.Aber das Manager viel Geld verdienen bedeutet
noch lange nicht das diese Leute "Wissen" haben,dem
ist nicht so!Aber die Hirachie können sie erahnen.
Erst kommt C&A,dann Boss e.z.t.,diese armen Blender
ich habe sie erleben dürfen. Erst hat Papi geholfen
dann brachte Papi den Liebling mit Durchschnitt,wenn
überhaupt zur CDU und schon war alles....
Was solche leute können außer in der Retorik ist
wohl jedem klar.
Den Rest und die Einsichten kennen wir...
Ich persönlich nehme eine ansteigene Unzufriedenheit wahr,dass unterschätzen die verdrehten CDU/CSU Leute.
Joachim Richter Ing. am 24.11.09 10:01
Vielen Dank an das Monitor-Team für den sehr guten Beitrag zum Thema Elena. Dieses Projekt der Bundesregierung zeigt wieweit sich unsere Politiker von der realen Lebenwelt, von Freiheit und Demokratie entfernt haben. Die "DDR light" kommt... oder ist sie vielleicht schon da? Wer hat sich dieses Monster namens "Elena" eigentlich ausgedacht? Eine Verständnisfrage noch: Wie verhält es sich mit den persönlichen Daten von Politikern, Beamten, Selbstständigen, Freiberuflern usw.? Diese sollte man nicht vergessen, sonst wird das Ziel der vollständigen Überwachung nicht erreichen.
Inge. Baumhögger am 8.01.10 8:30
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