Oh, Winter. Zeit der Dunkelheit, Zeit der Kaelte, Zeit der hohen Stromrechnung - Zeit fuer Depressionen. Bis 2020 wird Depression laut WHO-Untersuchungen eine der Hauptursachen fuer Krankheiten sein, und ich wuerde mich nicht wundern, wenn die meisten davon im Winter begaennen. Und auch eine Gruppe von Individuen ist gefaehrdet, die wir bisher gar nicht als potentielle Opfer von Depression auf dem Schirm hatten: unsere Haustiere. Offenbar sind die Kleinen viel feinfuehliger als wir bisher angenommen hatten und koennen ebenfalls an Depression, Todesaengsten und anderen Verhaltensstoerungen leiden, wie ein
Beitrag aus Quarks & Co. erklaert.
Schuld an den seelischen Problemen unserer Lieblinge sind meistens wir, weil wir sie falsch erziehen und nicht artgerecht halten. Ein bisschen wie bei Eltern: Entweder man liebt den Sproessling zu viel oder nicht genug. Das koennen wir aber jetzt wieder gut machen, indem wir unsere Haustiere auf die Couch schicken, wo geschulte Verhaltenstherapeuten ihnen auf den seelischen Zahn fuehlen. Und wer nicht an Psychotherapie glaubt, kann es sogar mit alternativen Behandlungen versuchen: Zahlreiche Therapeuten im Sektor bieten ganzheitliche Therapien fuer Haustiere mit mentalen Krankheiten an. Die Bachbluetentherapie zum Beispiel soll super fuer ueberaengstliche, auto-aggressive oder antriebslose Tiere sein; Reiki hilft ihnen angeblich, Harmonie, Wohlbefinden und innere Gelassenheit wiederherzustellen, und bei der Tellington-Methode geht es darum, durch "qualitaetsvolle Beruehrungen" das allgemeine Wohlbefinden des Tieres und die Beziehung zu seinem Besitzer zu verbessern. Das sollte man mal dem Stand-Up-Comedian Dave Davis mitteilen, der hat
neulich bei NightWash ueber den Dackel seines Bekannten gelaestert, der an ADS leidet (und dabei hatte der arme Klaeffer doch schon genug mit seiner Laktoseintoleranz zu kaempfen) - Der Hundefluesterer hat’s rausgefunden.
Na spitze. Jetzt koennen wir also ausser zur Pedikuere, zum Friseur und zur Farbberatung auch noch mit unseren Lieblingen zur Therapie gehen. Am besten schaffen wir auch gleich einen Blackberry fuer sie an, sonst ist die tierische Terminflut gar nicht mehr zu bewaeltigen. Dave Davis hat schon Recht, wenn er sagt, dass wir "ein komisches Voelkchen" sind.
Obwohl ich depressive Haustiere keineswegs ausschliessen will. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass mindestens die Haelfte der Viecher, die meine Familie im Laufe der Jahre beherbergte, genau daran zugrunde gegangen sind. Die suessen Haeschen, die wir frueher hatten, sind beispielweise mitnichten "weggelaufen", wie man mir jahrelang weissgemacht hat, sondern sind an einer "mysterioesen Krankheit" eingegangen. Heute ist mir klar: Sie waren depressiv. Auch der bisher unaufgeklaerte irrationale Mord des Meerschweins Bounty an seinen Babys wirft jetzt die Frage auf: War Bounty manisch-depressiv? Oder vielleicht psychopathisch veranlangt? Medea-Syndrom? Und dass mit der Katze meiner Mama was nicht stimmt, war schon immer klar: Chè pinkelt seit jeher auf alles, was uns Menschen lieb und teuer ist - zuletzt in meinen mit - schoenen! - Klamotten gefuellten Koffer beim letzten Heimaturlaub.
Bei derart vielen neurotischen Nervenbuendeln in meiner Haustier-Vergangenheit bin ich jetzt sehr froh, mit einem geistig gesunden, no-nonsense Kiwi-Hund zusammenzuwohnen. Zelda ist eine Huntaway-Cross-Huendin, also das Produkt einer Liebschaft zwischen einem neuseelaendischen Schafshund mit einem schoenen Unbekannten, und der Darling der Nachbarschaft. Ich glaube, der Schwede von nebenan wartet nur auf eine Gelegenheit, sie zu kidnappen, und Spaziergaenger jeden Alters schmelzen nur so dahin, wenn sie Zelda am Strand mit ihrem Stoeckchen auf und ab traben sehen. Obwohl sie Angst vor Feuerwerken, Katzen und manchmal ihrem Schwanz hat, glaubt Zelda, der Boss des Haushalts zu sein: Ab und zu sehe ich sie nachts auf dem Weg zum Klo, wie sie durchs Haus wandert und jedes Zimmer patrouilliert; Privatsphaere ist fuer sie ein Fremdwort, und weil sie angelehnte Tueren verabscheut, stupst sie sie mit ihrer Schnauze wieder auf - wenn es sein muss, 20 Mal hintereinander, da ist sie strikt. Einer muss ja wissen, was so vor sich geht, weshalb sie nicht wenig Zeit damit verbringt, am Balkongelaender zu stehen und die Nachbarn zu bespitzeln.
Selbst Geld machen konnten wir mit Zelda schon: Dieses hochgradig inszenierte Foto erschien in der Pet Parade der Napier Mail und bescherte mir und Jean einen 50-Dollar-Gutschein fuer den Supermarkt, den wir in Sekt umwandelten, um auf Zeldas neuen Celebrity-Status anzustossen. Naechster Halt: Hollywood!
von Louisa von Reumont um 5:07
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Na toll, jetzt will ich Zelda auch mal sehen!
sind 30h flug ok für sie?
Julian am 8.12.09 1:29
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