Hallelujah! Endlich haben all die vielen Menschen, die grosse Stuecke auf die gute deutsche Autobahn halten, noch mehr Grund, sie zu preisen:
Rasen schafft neuerdings Arbeitsstellen! Dank des Powerblitzers auf der A2 haben 16 emsige Arbeiter jetzt das Glueck, sich durch mehrere tausend Knoellchen pro Tag wuehlen zu duerfen, um die Verkehrssuender ihrer gerechten Strafe zuzufuehren. Das funktioniert nur in einem Land, in dem die Leute an geschwindigkeitslimitloses Fahren gewoehnt sind, und einem Bundesland mit 18 Millionen Einwohnern. Und es macht sogar Spass, das Aktenverarbeiten, wie die junge Dame im Film versichert.
In Neuseeland dagegen waere diese Art der Arbeitsbeschaffungsmassnahme leider nicht moeglich. Nicht dass die Leute nicht rasen wuerden - mein Freund Dominik zum Beispiel kaufte sich vor kurzem einen Honda 2000, ein Auto, das 280 km/h schafft - und das in einem Land, in dem die maximal erlaubte Geschwindigkeit bei 100 km/h liegt; ich bezweifle, dass es Dom genuegt, die Karre zum Dairy und zurueck zu fahren. Im Grunde kenne ich ueberhaupt niemanden, der abends auf einer einsamen Landstrasse nicht aufs Gas druecken wuerde (vor allem, wenn man in Downtown Auckland eine Stunde lang die Autobahnausfahrt suchen musste und unbedingt noch in Taupo ins Spa will, doch das ist eine andere Geschichte).
Aber: Neuseeland ist so duenn besiedelt, dass es sich fuer die Behoerden nicht auszahlt, grossartig Personal und Geld in die Bekaempfung von Rasern zu stecken (ausser in Auckland, der Wurzel allen Uebels, wenn man Kiwis fragt). Um die Verkehrsrowdies in laendlicheren Regionen aber dennoch dranzukriegen, hat man sich ein ausgefuchstes System ueberlegt: Ich habe mir sagen lassen, dass in der weitraeumigen Region um meinen Wohnort Napier die gesamte Ausruestung fuer Geschwindigkeitskontrolle aus gerade mal drei Radarkontrollen plus etlichen Attrappen besteht. Die echten Kontrollen werden in feinster Vernebelungstaktik immer mal wieder auf unterschiedliche Attrappen verteilt, so dass der zum Rasen versuchte Autofahrer nie genau weiss, ob er einen Blitzer vor sich hat oder nicht und somit das verkehrssuendige Treiben prophylaktisch unterlaesst. Also quasi wie Heimlich und Co, bloss mit Autos. Als zusaetzliche Kontrollmassnahme hat die oertliche Polizei zwei Vans springen lassen, in denen arme Verkehrspolizisten den ganzen Tag lang am Strassenrand verharren und zu schnelle Leute fangen muessen. Dass die gesamte Bevoelkerung die nicht eben unauffaelligen Vans inzwischen kennt - einer ist himmelblau und und einer signalrot - macht die Sache bestimmt nicht spannender.
Schon wirkungsvoller sind da vielleicht die teilweise wirklich schockierenden Anti-Raser-Werbe-Clips, die im Fernsehen laufen und von
blutigen Menschen,
zerquetschten Autos und
nachdenklich machenden Botschaften nur so wimmeln. Leider generieren die Filmchen, anders als der Bielefelder Superblitzer, keine acht Millionen Euro Gewinn - aber man kann ja nicht alles haben.
von Louisa von Reumont um 9:00
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Ich bin bei meinem letzten NZ urlaub mehrere Hundert NZD losgeworden:
1. Parken im Halterverbot (da war so ne gelbe Linie aufm Boden, hiess wohl "Parkverbot")
2. Parken auf der falschen Strassenseite (hab rechts geparkt, wie hier in Deutschland :) )
3. Speeding. Aus der Fähre raus, Picton verlassen freies Land vor einem ... dachte ich, da stand nämlioch mitten in der Pampa ein Bulle, mit verspiegelter Brille und Laserpistole.
Freddi am 14.05.09 11:24
Mein S2000 laeuft gar keine 280, sonder nur 240 - und das auch nur wenn ich den daemlichen Chip der den Motor bei 180 abregelt ausbauen lasse.
Aaaaber da man auch schon bei 180 fuer 'dangerous driving' seine License verliert und Geldstrafen im vierstelligen Bereich bezahlt, lass ich den Chip genau da wo er hingehoert: in meinem Auto :-)
Dominik am 14.05.09 12:28
ich höre viele stunden am tag radio; alles gut, gott sei dank wenig werbung; also eigentlich immer noch zu viel, aber na ja...aber was mich wirklich absolut total nervt, sind die stündlichen verkehrsmeldungen. staumeldungen sind ok, aber warum muß ich mit meinen rundfunkgebühren mitfinanzieren, daß autofahrer, die sich nicht ans tempolimit halten wollen, permanent vor "blitzern", oder noch grausamer, vor "flitzer-blitzern" gewarnt werden. schon allein die bezeichnung verursacht bei mir brechreiz. also bitte: wer zu schnell fährt, soll zahlen.
reggi am 18.05.09 0:42
Den Spot fand ich auch sehr gut aus NZ! habe ihn oft genug gesehen
http://www.youtube.com/watch?v=Y27OrNmYwRQ
Stef am 12.08.09 16:01
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