Neuseeland hatte in sportlicher Hinsicht in letzter Zeit nicht besonders viel Glueck. Erst haben die Kiwis den America's Cup nicht gewonnen, dann haben sie den Rugby-Worldcup nicht gewonnen, und Olympia war auch nicht so toll. Aber schließlich gibt es nur vier Millionen Kiwis, da ist die Auswahl eben nicht so groß - und sie haben immerhin neun Medaillen eingesackt, drei davon Gold, und es so auf den 26. Platz bei den Olympischen Spielen geschafft.
Grund genug also fuer die Regierung, ein paar Paraden springen zu lassen, bei denen die gluecklichen Sieger in schicken Karren durch die Straßen kutschiert werden und in der Menge baden. Na ja - bei der Parade, die ich heute von meinem Geschaeft aus beobachtete, konnte man nicht direkt von einer Menge sprechen. Ich wuerde eher sagen, die Leute, die eh unterwegs waren, sind mal kurz stehengeblieben, um zu winken. An Stelle der Sportler haette ich mal kurz eine depressive Episode bekommen.
Doch halt! Wo waren eigentlich die Sportler? Neben der ueblichen Paraden-Deko (Schotten mit Dudelsaecken und Trommeln, Paddel tragende Schueler) zogen ganze drei Autos an den Menschen vorbei. Im ersten saßen meine persoenlichen Hass-Objekte von Olympia, die voellig daemlichen und debil grinsenden Zwillinge Georgina und Caroline Evers-Swindell, die Gold im Rudern holten und im Fernsehen Werbung fuer gesundes Kochen machen. Das zweite Auto war bestueckt mit vier Sportlern, die ich nicht zuordnen konnte, von denen aber einer immerhin eine Bronze-Medaille trug und mir netterweise direkt in die Kamera guckte (uuuuh). Auf dem dritten Wagen saßen ein paar sueße Jungs mit Sonnenbrillen, die weder wunken (wunken? winkten?) noch laechelten, sondern ziemlich desinteressiert aussahen, und bei denen ich keineswegs sicher war, ob es sich nicht um Statisten oder Sportmediziner handelte.
Die Parade dauerte nicht ganz zehn Minuten und mein persoenliches Highlight waren definitiv die Schotten. Ob die wohl auch solo auftreten?
von Louisa von Reumont um 7:55
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