Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, ich wurde heute in schriftlicher Form sexuell genoetigt. Und dazu bei der Arbeit. Schlimmer noch, von einer Kollegin! Dabei bin ich doch bloß die Urlaubsvertretung!!
Meine Kollegin, nennen wir sie Rote Beete (ihr Name klingt im Englischen so aehnlich), ist fuer zwei Wochen nach Australien entflogen, weshalb die restliche Belegschaft einen Teil ihrer Freizeit aufopfert, um fuer sie zu covern. Rote Beete ist ein quirliges, esoterisch angehauchtes Maedchen um die 40, das Pettycoats sammelt und ihre Kunden mit Adjektiven wie "lovely", "gorgeous" und gerne auch "funky" beschreibt (ich tendiere eher zu "nervenraubend", "langweilig" und "unertraeglich"), waehrend sie an ihrer selbstgebastelten Halskette herumspielt. Um uns - die unwilligen Aushelfer - zu nie gekannten Verkaufsrekorden waehrend ihrer Abwesenheit anzuspornen, hat Rote Beete in jeden Tag des Kalenders ein personalisiertes Motivationsspruechlein geschrieben. Als ich heute morgen zur Arbeit kam, schlug ich nichtsahnend das Buch auf und las "Tuesday is a MAGIC day. May there be heaps of visitors to the shop (da hat wohl jemand
'The Secret' gelesen; nicht dass es geholfen hat)! May (und jetzt kommt der anstoeßige Teil) your mojo rub off on everyone!" Ich weiß nicht, was ein mojo ist - in der Tat dachte ich seit "Almost Famous", es sei ein altmodisches Faxgeraet. Ich bin nicht mal sicher, ob ich wissen will, was das ist. Aber es klingt verdaechtig nach einem dieser Ausdruecke, die man zunaechst fuer niedlich haelt, bis man herausfindet, dass sie etwas sehr Unkeusches bezeichnen ("Punani" ist da ein gutes Beispiel). Und reiben will ich mein mojo an ueberhaupt keinem! Waeh!
Also, wenn Rote Beete zurueck kommt, dann wird aber ein ernstes Woertchen gesprochen. Soll sie doch selber offrubben an ihren funky Kunden! Ich weiß ja, dass die Zeiten hart sind, aber das soll doch bitte das Einzige bleiben! Da tun sich ja Abgruende auf! So verzweifelt kann man ja gar nicht sein! Ich geh jetzt nach Hause, duschen. Ekelhaft.
von Louisa von Reumont um 7:45
Permalink
http://de.wikipedia.org/wiki/Mojo_(Hoodoo)
Marco am 12.08.08 9:22
viel bessere definition, meiner meinung nach...
Ich kenne das wort als slang und da hatte es nie eine der bedeutungen wie im wikipedia artikel beschrieben! sondern eher nummer 2 vom urbandictionary.
eg "you have lost your mojo" heißt jemand hat seinen drive, seine einstellung verloren. Nicht seine Libido oder gar sein Genital. (!)
kalesco am 12.08.08 12:12
Hatte Austin Powers nicht auch irgendwann sein Mojo verloren?
greez
Matthias am 13.08.08 6:37
Ich verbinde mit Mojo auch Austin Powers, aus dem Kontext würd ich sowas wie "Möge deine positive Einstellung auf andere abfärben". Lass die Kollegin also leben wenn möglich :)
Freddi am 13.08.08 18:45
Ein Mojo war üblicherweise ein Stoffbeutel, der unter der Kleidung versteckt getragen wurde. Gefüllt mit Kräutern und magischen Pulvern, gelegentlich einer Münze und anderen geeigneten Gegenständen, versehen mit einem Hoodoo-Zauber, sollte das Mojo vor bösen Einflüssen schützen oder in bestimmten Situationen Glück bringen.
Fan am 29.08.08 11:02
Zum Anfang dieses Eintrags
Zum SeitenanfangPermanente URL dieser Seite: http://www.wdrblog.de/einslivereise/archives/2008/08/12/
Der WDR ist nicht für Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.