"Du fragst mich, was die Zukunft bringt. Ich sag, wir werden sehen. Du sagst, dass dir das zu einfach ist. Ich sag, so einfach kann es gehen."
Was Mieze da in "Blaue Flecken" beschreibt, kann ich nur unterschreiben. Jetzt, da ziemlich sicher ist, dass ich fuers erste diese beiden gruenen Inseln nicht verlassen werde, sollte ich wohl mal einen Plan entwerfen, fuer die Zukunft. Die liegt aber, versicherte mir auch mein "Vogue"-Jahreshoroskop 2007, "immer noch nicht in fertigen Plaenen vor Ihnen" (das klingt leicht vorwurfsvoll, finde ich - vielleicht sollte ich einen niederschmetternden Leserbrief an Conde Nast schreiben). Verschiedenen Menschen in meiner Umgebung gefaellt diese Tatsache nicht, weshalb ich derzeit von allen Seiten mit Tipps Zur Gestaltung Meines Lebens beworfen werde.
Fabulous Flatmate Jean zum Beispiel findet, ich sollte den Job wechseln, weil er mich zu sehr langweilt (was stimmt) und sowieso unter meiner Wuerde ist (ich hege insgeheim die Vermutung, dass Jean bloss die Klamotten scheisse findet, die ich fuer die Arbeit kaufe). Soeben erreichte mich eine mit "Pourquoi pas?" betitelte eMail, in der er mir vorschlaegt, zu einem Tierhandel zu wechseln. Aha. Das scheint also eher seinem Bild von mir zu entsprechen. Tiere (
da haben wir es wieder!). Nicht, dass ich Tiere nicht voellig spitze faende, aber ich frage mich doch, ob mein Freund nicht ein leicht verzerrtes Bild von mir hat. "A good knowledge of animals, animal products and care", so die Voraussetzungen, habe ich schon mal gar nicht - obgleich der Unterschied zwischen dem Verticken von Pelzjacken und Karnickeln nicht allzu gross sein kann. Zusaetzlich ist mein Drang, nach der Arbeit nach Fischfutter und Maeusekacke anstatt nach Diesel Plus Plus zu riechen, sagen wir mal, beschraenkt. Ein weiterer, nicht-hilfreicher Vorschlag: "Werd doch Koechin, die Uniform sieht gut an dir aus - und das kann nicht jeder sagen!" Yeah, right. Ich kann ja nicht mal richtig Reis kochen.
Auch mein Freundeskreis zeigt wenig Verstaendnis. Meine liebste Freundin Andrea teilte mir kuerzlich ungeruehrt mit, es sei an der Zeit, gefaelligst meinen Hintern hochzukriegen und mich fuer einen konkreten Berufsweg zu entscheiden. Das wuerde sehr nach einem Muetterlichen Rat klingen, wenn nicht meine gute Mama zeitgleich empfohlen heatte, Gedanken ueber die Zukunft zu verschieben, bis ich im September
bei ihr in Berlin zu Besuch bin. Was wiederum verdaechtig nach einer Strategie klingt, mich im Pfefferkuchenhaus zu behalten, statt mich mit Haensel in die weite Welt zu schicken (liebt ihr nicht auch kitschige Maerchenmetaphern?). Vielleicht auch also ebenfalls nicht der beste Rat aller Zeiten.
Immerhin ist die Auswahl gross: Meine neuseelaendische Arbeitserlaubnis gilt fuer jedes Berufsfeld und alle Arten von Ausbildung oder Arbeit (nun ja, Prostituierte vielleicht ausgenommen; obwohl, sicher bin ich mir nicht). Falls mich also der baldige Drang ueberkommt, Bullenzuechterin zu werden, stehen mir die Behoerden jedenfall nicht im Weg (eventuell aber Jean, abhaengig von der Berufsbekleidung). Irgendwie beruhigt mich das.
von Louisa von Reumont um 8:28
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I just love that picture!!!!!!!!!
the flatmate am 8.08.08 8:33
HI Louisa,
bin gespannt ob du im November weiter bist. Fest steht wir kommen dich besuchen! Ein bisschen den vonrethschen Wahn verteilen :-) Meine kleine Schwester sagt, du bist September auch in Wuppertal? Dann würden wir uns freuen, wenn du uns ein paar Reisetips geben kannst.
Gruß
Alexander
Alexander der große Bruder von der kleine Andrea am 9.08.08 19:21
Die liebste Freundin war einfach mal sehr direkt und hat gesagt, was sie gedacht hat! Das muss sie auch dürfen und so ungerührt war sie gar nicht...Aber ich habe mit ihr gesprochen und ihr tut es leid, dass es so gewirkt hat;-)
Die drei ??? am 10.08.08 11:46
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