Europa rueckt naeher! Heute in acht Wochen werde ich in einem Flugzeug von Moskau nach Berlin sitzen (und vermutlich mit Wadenkraempfen kaempfen), wo ich zwei Tage Zeit haben werde, meine Mama mit Jean bekanntzumachen, bevor wir nach Frankreich weiterjetten.
Acht Wochen vergehen schnell, deswegen schmieden wir jetzt schon mehr Plaene, als wir in 3,5 Wochen Europa umsetzen koennen. Wenn es nach mir ginge, wuerde ich mich mit der einzigen Zielsetzung begnuegen, so viel Creme Brulee wie nur irgend moeglich zu essen, aber es warten da ein paar Verpflichtungen auf mich:
1. Endlich das Lager aufzuloesen, in dem meine Klamotten, Buecher und Moebel seit mehr als einem Jahr vor sich hinbrueten (und fuer das ich monatlich 24 Euro latze); ist das getan, muss ich mir
2. ueberlegen, was ich mit dem Kram mache. Alles fuer viel Geld nach Neuseeland verschiffen? Mich in Verzicht ueben und alles dem Roten Kreuz spenden? Auf Freunde verteilen? Eines ist schon klar: Meine geilen weißen Mokassin-Stiefeletten mit beperlten Fransen bleiben bei mir!
3. Um die Entfernung Berlin - Wuppertal zu ueberburecken, muss ein Auto gemietet werden, denn Mama hat inzwischen ihren
Gefaehrlichen Golf einschlaefern lassen (zum Glueck fuer alle Beteiligten). "Super", meinte Jean aufgeregt, "ich fahre. Findest du BMW oder Mercedes besser?" Meine veraechtlich hochgezogene Augenbraue beeindruckte ihn nicht. "Auf euren Autobahnen braucht man sowas - langsame Autos sind da Verschwendung. Glaubst du, ich kann es in vier Stunden nach Wuppertal schaffen?" Guter Gott. Da haben wir ueber Jahrhunderte angesammeltes Kulturgut, und die groeßte Touristen-Attraktion ist immer noch die Autobahn.
4. Neben all dem organisatorischen Tralala wollen natuerlich hauptsaechlich unsere gegenseitigen Familien becirct werden. Ich bin zuversichtlich, dass ich den Laden rocken werde dank meines charmant unvollkommenen Franzoesischs und meiner generell liebenswerten und bescheidenen Art, aber Jean scheinen Bedenken bezueglich seiner Anziehungskraft befallen zu haben - weshalb er sich jetzt beeilt, ein Paar Brocken Deutsch zu lernen, um auf sprachlicher Ebene gleichzuziehen.
Ob meine Familie von den Zahlen, Himmelsrichtungen und Gemuesen, die er aufzaehlen kann, sonderlich entzueckt sein wird, weiß ich nicht (und der Rest ist zu vulgaer) - ich bin aber ziemlich sicher, dass ein paar selbstgekochte Abendessen mehr als ausreichen werden, um das willige Herz meiner Mutter zu schmelzen. Fuer den Notfall werde ich ihm Komplimente ueber die optische Erscheinung beibringen (
"geile Hose" etwa), damit hat er die Frauen in meiner Familie schon mal auf seiner Seite. Kinderspiel!
von Louisa von Reumont um 8:38
Permalink
du hast den kleinen bruder vergessen - DER wird kein kinderspiel...!
Julio am 10.07.08 11:41
don´t panic! der kleine bruder fand mein neues männliches gegenstück prima. entweder ist er mit den jahren milder geworden (selbiges gilt natürlich auch für die frau mama) oder ich habe endlich mal geschmack bewiesen. ich freue mich auf deinen süßen (und dich natürlich) und darüber, daß ich mal nicht kochen muß, wenn die familie zusammen kommt. noch 8 wochen!!!! juhu!!
dina am 12.07.08 18:29
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