Wer haette gedacht, dass sich beim Ausfuellen der Probe-Theorieboegen auf der AA-Homepage (Automobile Association, nicht Anonyme Alkoholiker, dass sich da keiner vertut) aufs schoenste ein typisches Vorurteil ueber uns Deutsche als wahr erweist?
Es ist zwar schon ein bisschen her, dass ich in Deutschland fuer den Fuehrerschein gelernt habe - und jetzt muss ich es fuer meinen Kiwi-Fuehrerschein bekloppterweise nochmal machen -, aber ein paar Dinge haben sich mir, trotz mangelnder Anwendung, ins Gedaechtnis eingebrannt (bizarrerweise all die Fakten, die man in der Praxis am seltensten braucht, waehrend ich mit Vorfahrtregelungen immer noch hadere). Deshalb waehnte ich mich auf der sicheren Seite, als der Testbogen fragte, was man im Falle eines Unfalls auf der Autobahn als ALLER ERSTES!!! tun muss. Klaro, Warndreieck austellen, dachte ich sofort - das hat man uns damals in aller Strenge vermittelt. Handle rational und effizient, indem du Unfallopfer Unfallopfer sein laesst, und erstmal die Szene absicherst - Herz-Rhytmus-Massage kannst du spaeter immer noch machen.
Tja - nicht in Neuseeland. Die sanften Kiwis finden es wichtiger, als ALLERERSTES mal zu checken, ob es Verletzte gibt und ihnen zu helfen. Eigentlich ganz schoen zu wissen, einigermassen sicher sein zu koennen, dass sich mein Unfall-Partner um mich kuemmert, wenn ich sterbend am Boden liege, bevor er im Kofferraum nach seinem Warndreieck kramt (das er wahrscheinlich eh zu Hause vergessen hat), um dann pflichtbewusst 100 Schritte fuer die angemessene Positionierung desselben abzumessen.
Fuer mehr Menschlichkeit im Strassenverkehr!
von Louisa von Reumont um 8:47
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