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Samstag, 04.02.2012

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Aktuelle Stunde - Alle Beiträge von Susanne Wieseler

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Donnerstag, 26.01.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Kinder, die hartzen

Man hätte sich ja gerne gefreut. Über einen Rückgang der Zahl armer Kinder um sage und schreibe 13,5 Prozent. Das ist doch mal was. Gut, in NRW ist die Zahl der Kinder, die von Hartz IV leben müssen, nur um 7,9 Prozent zurück gegangen. Und: Naja, nicht jeder, der einen Job findet landet damit in der Mitte der Gesellschaft, viele Familien und Alleinerziehende bleiben auch mit Arbeit arm.

Aber das ist ja noch nicht alles. Der Kinderschutzbund sagt: Da entsteht ein falscher Eindruck, wenn es heißt: In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Kinder, die von Hartz IV leben, um 250.000 zurück gegangen. Denn tatsächlich ist die Zahl ALLER Kinder im gleichen Zeitraum um 750.000 zurück gegangen. Die Deutschen kriegen eben einfach weniger Kinder. Warum? Vielleicht auch, weil das Armutsrisiko so groß ist, für Familien - erst recht mit vielen Kindern - und für Alleinerziehende. An der Stelle beißt sich dann die Katze in den Schwanz.

Wenn man sich die Armuts-QUOTE anguckt, also den Anteil der Hartz IV-Kinder an allen Kindern in Deutschland, dann liegt der Rückgang bei nur noch 1,5 Prozentpunkten - Quelle Kinderschutzbund. Immer noch ein Rückgang, immerhin. Die Arbeitslosenquote ist aber viel stärker gesunken.

Bleibt am Ende die Erkenntnis: Arme Kinder haben vom Aufschwung am allerwenigsten. Und: Es sind immer noch viel zu Viele.

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Mittwoch, 25.01.2012

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Wir Kiffer?!

Wir können uns bis zur Besinnungslosigkeit betrinken, öffentlich - wenn wir wollen. Wir können - ja, vereinzelt immer noch - rauchen, wenn uns danach ist. Müssen wir auch noch kiffen dürfen? Ich finde eher nicht. Vielleicht, weil mir das einfach suspekt ist. Ich habe - wie vermutlich jede/r Jugendliche irgendwann mal gezogen, an einem Joint, fand es aber dann doch zu unheimlich.

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Leute kiffen, ich kenne genug, die es tun. Aber ich finde es auch in Ordnung, wenn da eine gewisse Hemmschwelle bleibt. Eben weil wir ja schon genug legale Drogen haben. Und ganz so harmlos wie die Pro-Kiffer-Lobby tut, ist Cannabis eben doch nicht, ein paar Risiken bleiben. Und selbst wenn Alkohol gefährlicher ist, muss das ja kein Grund sein, noch eine Rausch-Gelegenheit anzubieten - in Cannabis Clubs.

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Donnerstag, 29.12.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Freitag futsch

Ups. Ja, man soll vorsichtig sein, mit Nachrichtensendungen, wenn Kinder im Raum sind. Da schnappt mein Sohn doch dummerweise auf, dass der 30. Dezember gestrichen wird. "Samoa" hat er nicht mehr gehört ... Jetzt wird der Kerl Morgen acht und hatte kurzzeitig echt Sorge, dass der Geburtstag ausfällt. Zum Glück leben wir ja nicht auf Samoa .... Obwohl ...? Neinnein.

Also, da lassen die Samoaner? Samoesen? Menschen auf Samoa! einfach mal einen Tag ausfallen. Das kann man ja so oder so finden. Je nach dem, was ansteht. Schön wäre ja vielleicht auch, wenn man rückwirkend einen Tag streichen dürfte in 2011. Ich hätte da einen im Auge ... Aber uns fragt ja keiner. Leider. Und immer: Augen auf beim Radio-Nachrichten hören mit Kindern ...

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Mittwoch, 28.12.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Spaßbremse

Wir lassen es krachen. Diesmal aber richtig. Bitte schön. Jeder wie er mag. Ich brauche das nicht. Aus der Ferne gerne. Aber ich möchte, dass auch meine Finger, Augen und Ohren gut ins neue Jahr kommen. Und die meiner Kinder. Und weil ich von Hause aus eine echte Schissbuxe bin und furchtbar schreckhaft, stehe ich lieber zehn Meter weiter. Ich habe noch nie in meinem Leben ein Silvester-Feuerwerk gezündet und dabei soll es bleiben.

Alle anderen sollen natürlich gerne böllern. Wobei ich es auch schön finde, wenn es dann um 1 Uhr Nachts irgendwann mal vorbei ist. Und was ich überhaupt nicht verstehe ist, dass die Knaller jetzt aufgerüstet werden. 500 Gramm Schwarzpulver statt 200 sind erlaubt. Was soll das? War das Feuerwerk bisher langweilig, armselig, unbunt? Also! Warum lässt man es dann nicht einfach dabei? Jeder Finger, der jetzt zusätzlich abgerissen wird, ist einer zu viel. Jedes Knalltrauma. Jede Augen-Verletzung. Ja, ich bin eine Spaßbremse, ich weiß. Aber Blei gießen und Sekt trinken ist ja auch schön und nicht ganz so gefährlich.

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Donnerstag, 15.12.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Ausstieg - nein danke?!

Was haben wir diskutiert, in Deutschland, über die Atomenergie. Bis es dann endlich so weit war: Man ringt sich durch auszusteigen. Und dann ging es um die Folgen: Der Strom wird - vermutlich teuer. Jobs gehen - sicher - verloren, bei e.on und RWE.

Und dann kommt heute der Energie-Kommissar. Günther Oettinger heißt der Mann, war früher Ministerpräsident in Baden-Württemberg, einem Land, das inzwischen von einem Grünen regiert wird. Oettinger - jetzt EU - stellt also einen Klima-Fahrplan vor, in dem Kernkraft durchaus vorgesehen ist. Gegen den Klima-Fahrplan hat natürlich niemand etwas. Klar, müssen wir runter mit den Emmissionen.

Aber kann da die Atomkraft ernsthaft ein Weg sein? Da fühlt man sich schon ein bisschen veräppelt. Zumal hier im Westen, im Einzugsbereich des berüchtigten Atomkraftwerks Tihange, in Belgien. In dem es gerade wieder einen Störfall gab.

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Mittwoch, 14.12.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Lindner will nicht mehr

Huch, habe ich gedacht, heute Vormittag, als die erste Meldung im Radio kam: Christian Lindner, der FDP-Generalsekretär, tritt zurück. Was ist denn da passiert? Irgendein Knall im Hintergrund? Oder was Privates? Nein. Aber was dann? Wir haben es nicht erfahren, aus seiner Erklärung.

Lindner spricht von einer "neuen Dynamik", die er "ermöglichen" will, "vor der Bundestagswahl". Entschuldigung, aber das ist doch wirklich Politikergewäsch, mit dem wir für dumm verkauft werden. Jeder hat das Recht zurück zu treten. Zum Beispiel, weil er sauer ist auf seinen Chef und die Tatsache, wie dieser - namentlich Phillip Rösler - den Mitgliederentscheid zur Euro-Rettung gemanagt hat. Und das ist es ja wohl, was dahinter steckt. Aber dann soll man das doch auch sagen, oder zumindest andeuten.

Stattdessen tut Christian Lindner so, als wolle er der FDP einen Gefallen tun. Das Gegenteil ist richtig, wie wir alle wissen.

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Montag, 12.12.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Freiherr 2.0

Karl-Theodor zu Guttenberg zurück auf der politischen Bühne - auch wenn er das anders sehen möchte und sagt: Das ist kein politisches Comeback. Naja. Er berät jetzt also die EU in Sachen Internet-Freihheit, also wenn es darum geht, Internet-Aktivisten in autoritären Staaten zu helfen und ihre Arbeit zu koordinieren. Das ist natürlich schon "Politik" - aber es ist ja auch völlig in Ordnung, wenn er da hilfreich sein kann - finde ich. Zumal er für die Beratertätigkeit ja offenbar nicht mal Geld bekommt.

Natürlich hat das ganze eine leise Ironie. Ausgerechnet der ehemalige Doktor, den die Freiheit des Internets den Ministerjob gekostet hat, soll sich jetzt stark machen für die Freiheit des Inernets. Aber - warum nicht? Erstens weiß ja nun jeder um zu Guttenbergs Vergangenheit. Und zweitens ist das Internet ja kein Inhalt, sondern ein Medium, das man so oder so nutzen kann. Und dass zu Guttenberg davon ein bisschen was versteht, dass er in dem Beraterjob alte Kontakte nutzen kann, ist doch sogar nachvollziehbar.

Ich war persönlich nie ein großer Fan von zu Guttenberg. Und ich fand es richtig, dass er zurück getreten ist. Aber damit muss es jetzt auch gut sein. Nur weil man abgeschrieben hat, muss man jedenfalls nicht für alle Zeiten in der Versenkung verschwinden.

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Mittwoch, 30.11.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Deko-Queen

Uff. Das muss man erst mal verdauern: Wir in NRW kommen ohne Weihnachtsbaum aus - fast jeder Zweite jedenfalls und sind die Ober-Muffel der Republik - Deko-technisch. Nirgendwo ist es nackiger auf dem Tisch und im Fenster als bei uns in NRW.

Schade eigentlich. Bei uns zu Hause gibt es zwar keine einzige Lichterkette, dafür aber Kerzen aus Wachs, einen selbstgebundenen Kranz, ein selbstgebautes Lebkuchenhaus, selbstgebastelte Sterne am Fenster und natürlich einen handgenähten Beutel-Adventskalender (Foto bei facebook).

Alles Gekaufte ist vom letzten Jahr, das Tannengrün von der Fichte im Garten und die Kerzen machen den Kohl auch nicht fett. Also: Kein Luxus - aber schöööööön! Also, liebe Männer, findet euch ab. Wir wollen das so. Ausnahmen siehe oben. Aber vermutlich lassen sich Deko-Fans und Muffel auch nach X und Y-Chromosom sortieren.

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Sonntag, 20.11.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Parteiisch: Für den Schiri

Ich bin nicht oft in Fußball-Stadien, frage mich aber trotzdem immer wieder: Warum machen die das? Warum stellen sich Schiedsrichter Woche für Woche in ein Stadion und lassen sich von wildfremden Menschen beschimpfen? Und wirken dabei noch ruhig und souverän, als hätten sie kein Problem damit. Unabhängig davon, warum Babak Rafati sich das Leben nehmen wollte. Das was es da auf dem Platz an Sprüchen, Anfeindungen, Drohungen und körperlichen Attacken gibt, das hat mit Menschenwürde nichts zu tun. Vielleicht als Tipp: einfach mal vier Wochen streiken? Dann würde vielleicht auch der größte Schiedsrichter-Dauerbeschimpfer einfach mal die Klappe halten.

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Samstag, 19.11.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Sparen kostet

Das ist und bleibt ärgerlich. Der Spritpreis an sich - aber eben auch und im Besonderen der Dieselpreis. Da habe ich vor vier Jahren Tausende von Euros mehr bezahlt für unsere Familienkutsche, um einen - sparsamen - Diesel zu fahren. Und jetzt hat sich das mit dem Sparen erledigt. Dumm gelaufen. Pech gehabt. Schlechtes Investment. So ist er halt - der Markt. Wenn plötzlich alle Diesel fahren und Heizöl kaufen steigt der Preis, da machste nix.

Das Dumme ist aber: Wir haben keine Chance. Jetzt ein neues Auto kaufen, einen Benziner, damit man sich nicht ständig ärgern muss? Ist natürlich Quatsch, weil mit Sicherheit noch teurer. Hilft also nur: Die billigste Tanke finden und weniger fahren. Wobei man als arbeitendes Paar mit zwei aktiven Kindern und einem gemeinsamen Auto da auch an Grenzen kommt. Leider.

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Freitag, 18.11.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Lieb gewonnen

Norbert Lammert war für mich immer ein Guter, ein eher stiller und bescheidener Vertreter seiner Art. Der Bäckersohn, eins von sieben Kindern aus dem Ruhrgebiet. Aber das. Muss das wirklich sein? Braucht ein - ehemaliger! - Bundestagspräsident einen Dienstwagen mit Fahrer, ein Büro samt Sekretärin - für zwölf Jahre ...?

Bisher waren es vier und man hat das Gefühl, das war eine gute Lösung. Ich habe ja ein gewisses Verständnis dafür, dass man eine Unterstützung in Form von Auto und Büro liebgewonnen hat mit den Jahren. Und dass die Termine nicht punktum dann aufhören, wenn jemand ein hohes Amt irgendwann nicht mehr bekleidet. Aber zwölf Jahre? Das ganze Programm? Und das entscheidet der Bundestag auf Betreiben und im Interesse von seinem Präsidenten? Ich find's deutlich zu dicke. Schade. Weil jetzt natürlich wieder alle sagen: Die da oben machen sich doch sowieso immer erst Mal selbst die Taschen voll.

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Montag, 14.11.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Friede, Freude, Mindestlohn

Die Idee für einen Mindestlohn - Verzeihung: Lohnuntergrenze - ist ja noch relativ neu, in der Union. Vor kaum drei Wochen kam die CDU damit um die Ecke - einigermaßen überraschend. Oder auch wieder nicht, denn dass man - bei den Themen Atom, Hauptschule oder Wehrpflicht - zu "neuen Erkenntnissen" kommt bei den "Konservativen", das kennen wir jetzt ja schon.

Überraschend ist die Tatsache, dass diese für die CDU neue Idee beim Parteitag der CDU nicht diskutiert wird. Man fragt sich: Was soll dann so ein Parteitag? Geschlossenheit ist ja was Feines. Aber doch wohl kein Wert an und für sich. Das berühmte "Erscheinungsbild" kann ja wohl nicht wichtiger sein, als alles andere?

Oder mag man jetzt keine Klein-klein-Diskussionen anfangen über "Rand-Themen" wie einen Mindestlohn, weil die Lage in Europa zu ernst ist und die Kanzlerin jede Unterstützung braucht. Das wäre jedenfalls ein Grund.

Trotzdem. Für mich ist so eine Kehrtwende, wie die der CDU beim Thema Mindestlohn nur dann wirklich nachvollziehbar und glaubwürdig, wenn man dazu wenigstens mal ein paar Argumente ausgetauscht und Standpunkte klar gemacht hat. Denn wichtig ist das Thema allemal. Es wird Zeit.

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Samstag, 29.10.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Plus oder minus oder wie oder was?

Das Beste, was mir in der Richtung bisher passiert ist, war ein 20-Euro-Schein in der Wintermantel-Tasche. Hat den ganzen Sommer über mit in der Garderobe gehangen - und taucht mit dem Herbst plötzlich wieder auf. Kann ja mal passieren. Und ist am Ende ja auch nett.

Aber 55,5 Milliarden Euro wiederzufinden, die irgendwie weg waren und jetzt wieder da sind - das ist, sagen wir, erklärungsbedürftig. Aber die Erklärung tröstet auch nicht: Ein "Buchungsfehler" - dabei sind Substraktion und Addition verwechselt worden, sprich: plus und minus.

Leider ist die Sache mit den 55,5 Milliarden auch nicht so nett und handfest wie meine 20 Euro in bar. Weil es nur um weniger Schulden geht. Und das auch nicht im "normalen" Bundeshaushalt, sondern bei einem Sonderhaushalt.

Aber immerhin: Die deutsche Gesamtverschuldung ist jetzt geringer als gedacht. Ein bisschen freuen können wir uns also - und einmal mit dem nackten Finger auf die Buchhalter in der Bad Bank zeigen, die diese 55,5 Milliarden in der Manteltasche vergessen hatten ... oder so ...

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Donnerstag, 27.10.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Der Anfang vom Ende der Krise!?

Und noch mal Euro-Rettung - auch wenn viele von Ihnen das nicht mehr hören können. Die Sache ist einfach zu wichtig. Ja, man ist es ein bisschen leid: Das ewige Krisen-Gerede und das ewige Euro-retten. Aber diesmal scheint tatsächlich etwas gelungen zu sein. Die Banken erlassen den Griechen die Hälfte ihrer Schulden. Die Banken müssen außerdem mehr Eigenkapital bereithalten. Italien wird zum Sparen verpflichtet. Und der Rettungsschirm bekommt mehr Breitenwirkung. Das ist doch was. Mehr jedenfalls als man vor ein paar Wochen noch für möglich gehalten hätte.

Den allgemeinen Pessimismus in der Diskussion zum blog gestern kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Natürlich muss man abwarten, ob jede einzelne Bank mitmacht, ob die Griechen und Italiener wirklich nachhaltig sparen und ob die Finanztricks, mit denen der Hebel am Rettungsschirm angesetzt werden soll, nicht doch etwas gewagt sind. Natürlich kann man das alles infragestellen und zerreden. Und natürlich weiß Niemand, ob das jetzt wirklich der Durchbruch war. Aber ist doch wohl ein Anfang. Immerhin ist das auch an den Finanzmärkten so gesehen worden. Ein erstes gutes Zeichen.

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Mittwoch, 26.10.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Noch schnell den Euro retten ...

Großer Euro-Rettungstag heute in Berlin und in Brüssel. Es geht um eine Hebelung des Euro-Rettungsschirmes ESFS, um eine Billion Euro, um Versicherungs- und Zweckgesellschaftsmodelle, um Finanztricks.

Man darf davon ausgehen, dass weder alle Bundestagsabgeordneten noch die Staats- und Regierungschefs der EU in allen Einzelheiten wissen, wie das funktioniert. Wie also sollen wir das verstehen? Ich bilde mir eigentlich ein, in solchen Dingen ganz gut Bescheid zu wissen - auch Dank VWL im Studium - aber da hört's auf.

Was also hat der Bundestag da heute beschlossen? Es bleibt bei 211 Milliarden Euro, die wir Steuerzahler im schlimmsten Fall verlieren. Aber das Risiko, dass es tatsächlich so kommt, wird größer. Die Kanzlerin sagt: Es ist vertretbar. Einige andere sind skeptischer. Aber da es Niemand wirklich besser weiß, bleibt uns nichts anderes übrig, als zu vertrauen. Wir müssen uns darauf verlassen, dass die Politiker und ihre Berater zumindest grob wissen, was sie da tun. Und wenn sich im Bundestag eine ganz große Koalition findet, die einen solchen Beschluss fasst, dann ist das doch zumindest einigermaßen beruhigend. Auch wenn keiner wissen kann, wie das ausgeht. Und das auch maßgeblich davon abhängt, wie sich Griechen und Italiener in Zukunft machen ....

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Freitag, 07.10.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Protest und Provokation

Ich habe mich ziemlich erschrocken und war einigermaßen entsetzt, als ich heute Vormittag in einem Nachrichtenkanal die Bilder aus Griechenland sah. Feixende Demonstranten mit Hitlerbärtchen und vorgerecktem rechten Arm. Spontan denkt und fühlt man natürlich: Ihr habt sie doch nicht alle, wir helfen euch doch! Immer wieder liefen die Bilder in epischer Breite, einfach nur mit dem Hinweis auf Demonstranten, die gegen den Besuch von Wirtschafts-Minister Rösler demonstrieren. Absolut empörend!

Ich war dann ziemlich beruhigt, als ich mit unseren Redakteuren und Reportern gesprochen habe. Dass es sich nämlich um einige wenige handelt. Die eben offenbar ganz gezielt provozieren wollen mit ihrer kleinen Horrorshow und wissen wie man das tut, vor laufenden Fernsehkameras. Und dass wir heute mit sehr vielen Griechen gesprochen haben, die alle selbst entsetzt waren, über die Bilder.

Also: Ich finde es immer noch überflüssig und blöd. Aber mit ein bisschen Hintergrund und Einordnung sieht das schon ganz anders aus. Nicht verstehen kann ich Kollegen, wie die bei dem privaten Nachrichtenkanal, die solche Bilder zeigen und behaupten, so sehe der Protest der Griechen gegen Deutschland aus. Nicht zu reden vom dem was die Bild-Zeitung macht, das liest sich wirklich wie Hetze.

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Mittwoch, 05.10.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Späte - Radfahrer und andere Rowdies ...

Es tut uns leid - der blog kam gestern Abend mit einiger Verspätung ...! Die Technik hat leider geklemmt - sorry!!!


Ich würde nie, niemals mit dem Auto über eine rote Ampel fahren. Jedenfalls nicht wissentlich.

Zu Fuß mache ich das aber schon gelegentlich. Wenn keine Kinder in der Nähe sind und sonst alles erkennbar frei ist. Und neulich bin ich auch mal mit derm Fahrrad über eine rote Fußgänger-Ampel geeiert. IN einer Tempo 30-Zone, ich war sehr langsam und weit und breit kein anderer "Verkehrsteilnehmer" in Sicht. Und trotzdem musste ich zahlen, weil die Polizei hinter mir war. Und das hat mich ziemlich geärgert. Ja, man braucht Regeln. Und man soll sich auch dran halten. Aber wenn man so eindeutig Niemanden gefährdet, dann verstehe ich nicht, warum da hart durchgegriffen wird.

Und warum man die Bußgelder erhöhen sollte, leuchtet mir auch nicht ein. 15 oder 30 Euro reichen als Denkzettel doch wohl völlig. Natürlich muss man einen Rad-Rowdie dran kriegen, der über einen Bürgersteig stocht und Fußgänger aufscheucht oder anrempelt. Aber - anders als Autofahrer - gefährden Radfahrer ja in der Regel hauptsächlich sich selbst - wenn überhaupt. Im Übrigen haben sie, finde ich, tatsächlich einen Bonus verdient, weil sie umweltbewusst unterwegs sind.

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Donnerstag, 29.09.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Ja-sager und Nein-sager

Die Kanzlerin und ihr Erfolg. Sie hatte heute eine Kanzlermehrheit bei der Abstimmung über den erweiterten Euro-Rettungsschirm. Das ist gut für den Euro und für die Kanzlerin. "Nur" elf Abweichler aus der Union, es ist schlimmeres befürchtet worden.

Alles richtig und gut so. Denn: Man fühlt sich als "Regierter" ja auch sicherer, wenn die da in Berlin sich einig sind. Denn dann wird es schon irgendwie richtig sein, was sie da tun. Ist es ja bestimmt auch (siehe blog von gestern). Aber es ist eben auch ein kleineres von mehreren Übeln. Dass da also nicht alle jubelnd Hurra schreien, auch in der Union - das kann man ja nachvollziehen.

Ich finde es jedenfalls völlig in Ordnung, dass diese elf Abgeordneten sich eine eigene, eine abweichende Meinung leisten. Und wenn es 15 oder 20 gewesen wären, würde ich da auch kein Problem sehen. Auch kein Führungsproblem bei der Kanzlerin. Unsere Abgeordneten sind ihrem Gewissen verpflichtet und keine Ja-Sager. Und das ist gut so.

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Mittwoch, 28.09.2011

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Her mit dem alten Geld!?

Die Deutschen wollen ihre Mark zurück. Einige jedenfalls. Und das ist ja auch gut nachzuvollziehen. Die Mark hat uns stark und wohlhabend gemacht - unterm Strich jedenfalls. Die meisten von uns rechnen immer noch um, wenn es um Preise geht. Und warum eigentlich sollen wir jetzt Milliarden berappen, nur weil die Griechen über ihre Verhältnisse gelebt haben.

Stimmt natürlich alles. Mir passt das auch nicht. Aber richtig ist auch: Wir würden uns ins Knie schießen. Denn Deutschland lebt von Ausfuhren. Wir sind die zweitwichtigste Export-Nation der Welt. Jeder zweite Arbeitsplatz in der Industrie hängt davon ab, wie wir im Ausland unsere Waren verkaufen. Und das wird nicht nur durch den Euro erleichtert. Eine neue, alte D-Mark würde mit Sicherheit aufgewertet. Die Folgen haben wir in der Schweiz besichtigen können: Alle Produkte werden quasi unbezahlbar.

Also, vielleicht würden wir wieder besser rechnen können, hätten eine emotionalere Beziehung zu unserem Geld und wären den Griechen nicht mehr Gram. Aber wir wären auch in großen Teilen arbeitslos. Und das will nun wirklich keiner.

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Dienstag, 27.09.2011

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Sicher ODER pünktlich?

Gerade hat die Bahn damit begonnen ihre Pünktlichkeits-Bilanz offen zu legen - damit wir alle sehen können, dass es gar nicht so schlimm ist, mit den Verspätungen - auch wenn man im Einzelfall gelegentlich einen anderen Eindruck hat.

Und dann das: Ein Lokführer, der Druck kriegt, der schneller fahren soll, als er selbst das für richtig hält - offenbar muss man sagen, denn in eine Kamera sagt uns das so Niemand. Kein Wunder. Ein Streit, der offenbar so eskaliert, dass der Lokführer die Brocken hinschmeißt.

Denn es drängt sich natürlich die Frage auf: Ist die Pünktlichkeit jetzt wichtiger als die Sicherheit? Wenn der Lok-Führer die Verantwortung trägt für seine Fahrgäste - und das tut er - muss er dann nicht auch das Tempo fahren dürfen, das er für richtig hält?

Natürlich wollen wir alle pünktliche Züge. Aber vor allem wollen wir sicher ankommen. Am Besten wäre natürlich Beides ...

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Donnerstag, 08.09.2011

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Mamma Mia!

Italien ist wunderbar. Ich war gerade im Urlaub da, in der Region Latium, nördlich von Rom. Tolle Landschaft, wunderschöne Mittelalter-Städtchen, großartiges Essen. Ein wunderbares Land. Bis auf die Raststätten. Und die Moral. Wenn man das denn so nennen darf. Es ist ja wohl mindestens eine Doppelmoral.

Wie kann es sein, dass in einem aufgeklärten Land mitten in Europa Homosexuelle noch ernsthaft ausgegrenzt werden - von oben! Dass "Um Himmels Willen" - eine mehr als harmlose Fernsehserie - gestoppt wird - die im Übrigen sicher viel getan hat für eine positive Wahrnehmung des Katholizismus - nur weil da ein schwules Paar heiratet. Und das in einem Land, das von Silvio Berlusconi regiert wird? Einem Mann, der seine Frau offenbar nach Strich und Faden betrogen hat, der - nach allem was man weiß - Sexparties mit Prostituierten feiert und sich auch nicht immer dafür interessiert, ob sein aktuelles Gegenüber schon völljährig ist. Das verstehe wer will. Ich nix capito.

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Mittwoch, 07.09.2011

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Ja, ich bin auch eine von denen

Ein Geständnis. Ja, ich fürchte ich bin eine von denen, die unsere Wetten-billiger-Familie meint: Eine Mutter, die etwas zu großzügige Kindergeburtstage veranstaltet. Was dann möglicherweise zur Folge hat, dass andere Kinder sagen: So was will ich auch. Natürlich muss man als 9-jährige nicht im Spaßbad feiern und als 6-jähriger nicht in der Tobehalle. Und natürlich müssen Kinder nicht zehn Freunde einladen.

Aber es macht schon sehr viel Spaß ... Und wir Eltern laden ja auch gerne Leute ein und bewirten sie anständig. Natürlich sind 200 Euro oder mehr viel für einen Kindergeburstag. Aber immer noch besser angelegt, als für teure Klamotten ... oder? Und das größte Problem ist sowieso die Zahl der Gäste zu begrenzen. Mir fällt es schwer zu sagen: Nee, den darfst du nicht einladen und die auch nicht. Dummerweise kommen dann eben locker zehn Gäste zusammen.

Und weil unsere Kinder im Winter Geburtstag haben, muss man eben was machen: Kletterhalle, Spaßbad, Zirkus. Da zahlt man Eintritt, die Bahnfahrkarten kosten Geld, das Essen für alle und auch ein Geschenk für die Gäste gehört eben dazu. Zack hat man 200 Euro ausgegeben, plus Kuchen, plus Tischdeko und so weiter. Muss vielleicht nicht sein, geht natürlich auch anders. Aber es ist ein Luxus, den ich mir und den Kindern gerne leiste ... Sorry.

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Dienstag, 06.09.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Eine Kanzlerin hat es nicht leicht

Ja, Angela Merkel hat es nicht leicht. Von allen Seiten Gegenwind. Die Wahl-Niederlage in Meck-Pomm - und dazu auch noch bissige Kommentare aus der Schwesterpartei CSU: Angela Merkel solle mal ein bisschen Führungs-Stärke zeigen.

Dann die Probe-Abstimmung zur Euro-Rettung, in den Koalitions-Fraktionen gestern Abend, die daneben gegangen ist - zu viele "Nein"-Stimmen und Enthaltungen. Auch wenn Finanzminister Schäuble das Gegenteil behauptet: Die schwarz-gelbe Mehrheit für die Abstimmung Ende September im Bundestag ist alles andere als sicher.

Und dann geht es natürlich auch in der Haushalts-Debatte rund, heute. Da haut ja die Opposition traditionell gerne mal drauf.

Ja, sie hat es nicht leicht, die Kanzlerin, da kommt jetzt einiges zusammen, man möchte nicht tauschen. Natürlich ist sie nicht höchstpersönlich verantwortlich - für die Euro-Krise zum Beispiel. Aber gefragt ist sie jetzt - als Führungsfigur, die ihre Leute auf die Euro-Rettung einschwört. Dafür sind Regierungschefs ja schließlich da. Hat ja keiner behauptet, dass Kanzler ein leichter Job wäre ...

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Freitag, 29.07.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Liebe Motorradfahrer!

Ich weiß: Die allermeisten von Ihnen sind nicht so, fahren vernünftig, haben ihre Maschine im Griff und überhaupt. Und trotzdem. Ich rege mich beim Auto fahren selten so auf, wie über Motorrad-Fahrer. Die offenbar einen Riesenspaß dran haben noch ganz knapp vor mir einzuscheren, die im Tunnel dann mal so richtig aufdrehen und ein - tatsächlich erschreckendes - Gedröhne veranstalten, die mich von der linken Spur drängeln, wenn ich mit dem Überholen eigentlich noch nicht fertig bin. Auf der Autobahn wohlgemerkt.

Auf beliebten Biker-Strecken unterwegs zu sein, bei gutem Wetter, macht meistens keinen Spaß - und manchmal Angst. Und zwar Angst um Sie, die Motorrad-Fahrer. Mir passiert in meiner Blechkiste ja nicht so schnell was. Natürlich sind die Motorradfahrer nicht immer selber Schuld, wenn sie verunglücken. Nicht immer, aber auch nicht selten. Jeder dritte Unfall mit einem verletzten Motorrad-Fahrer hatte keinen weiteren Beteiligten, sagen Unfallforscher von Versicherungen.

Also, wenn Sie mal - irgendwo im Biker-Treff - mit solchen "Kollegen" ins Gespräch kommen ... Schönen Gruß von mir: Bitte bringt euch nicht um!!!

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Mittwoch, 27.07.2011

Bild von Susanne Wieseler, Rechte: WDR

Service?

Ja, die Servicewüste in Deutschland. Wenn man jetzt für alles und jedes noch einen Euro extra berappen soll, dann ärgert mich das natürlich auch. Schon weil das ja auch lästig sein kann, passendes Geld zu besorgen. Aber - ganz ehrlich - ich würde jetzt eher nicht zu einer Tankstelle fahren, an der ich bedient werde.

Mal eben aussteigen und tanken ist ja nicht das Problem. Und ich gehe bei einem großen schwedischen Möbelhaus auch immer zu der Kasse, wo man seine Sachen selber scannt, einfach weil es schneller geht. Und ich würde auch keinen Wert darauf legen, dass man mir im Supermarkt den Einkauf in Tüten verpackt oder mir auf der Straße die Schuhe putzt.

Also: Die "Tankwärtin" aus unserem Film ist natürlich super. Aber ich bin schon zufrieden, wenn man mir freundlich weiterhilft, wenn ich eine Frage habe. Und das klappt zwar nicht immer, aber doch immer besser in letzter Zeit.

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Montag, 25.07.2011

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Wie sag ich es meinem Kind

Ich sag es Ihnen gleich: Ich weiß es nicht. Wie kann man mit seinem Kind über das sprechen, was in Norwegen passiert ist. Erst recht mit einem Kind, wie unserer 10-jährigen Tochter, die heute zu einer Ferienfreizeit aufgebrochen ist. Ich konnte es nicht. Mein Mann und ich haben beschlossen, das fernzuhalten von den Kindern - erst recht von unserem 7-jährigen Sohn. Auch wenn wir sonst regelmäßig Kindernachrichten im Fernsehen gucken - zusammen, versteht sich. An diesem Wochenende haben wir allenfalls DVD geguckt.

Das ist so böse, so erschreckend, so unaussprechlich. Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass andere Kinder in der Freizeit etwas wissen und darüber reden. Aber immerhin gibt es da keine Fernseher, keine Handys, keine Computer. Und Bilder sind für Kinder eben noch viel eindrucksvoller. Und wenn ich mein Kind beiseite nehme, nach dem Motto: "Ich muss dir etwas sagen ..." macht man es dann nicht noch größer? Noch wichtiger? Zumal es ja gar keine Handlungsmöglichkeit gibt, keine Warnung, keinen Schutz. Ich fürchte einfach, solche Nachrichten machen Kindern einfach nur Angst. Aber, wie gesagt, ich weiß es auch nicht.

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Freitag, 08.07.2011

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Dick und grün?

Wie soll man das verstehen?!? Ein Auto kann 12 oder 15 Liter verbrauchen und entsprechend CO2 hinten rauspusten und trotzdem ein grünes Öko-Label kriegen - nur weil es schwer ist?!? Und deshalb einen noch dickeren Motor braucht?!? Zum Beispiel wegen des völlig überflüssigen 4-Rad-Antriebs?!? Versteht das Jemand?

Oder ist das nur als netter Gruß in Richtung Ingolstadt, Zuffenhausen und Sindelfingen überhaupt zu verstehen?!? Damit sich die Cayennes und Q7s weiter flott verkaufen - obwohl sie erwiesenermaßen ökologisch nicht wirklich wertvoll sind?!?

Entschuldigung, aber da muss ich jetzt Mal ein paar Schadstoffe rauslassen. Ich fahre übrigens einen schnöden Kombi, 6 Liter Diesel auf 100 km, ein Auto für die ganze Familie. Geht natürlich auch noch besser, aber mitten in der Stadt in so einem Luxusgeländepanzer rumzufahren, das wäre mir echt peinlich.

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Freitag, 01.07.2011

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Warum erst jetzt?

Es war ein Professor aus Münster, der den E-HEC Schnelltest entwickelt hat. Der dafür gesorgt hat, dass dieser Test auch schnell genutzt werden kann. Warum passiert das dann nicht?

Warum wartet man tagelang, bis überhaupt Stuhlproben genommen werden, von 30 Kindern, die zusammen mit den drei nachweislich Kranken gegessen haben? Die Untersuchung selbst dauert ja lange genug. Und mit jedem Tag, den ein infiziertes Kind sorglos verbringt, steigt die Chance, dass es den Keim weitergibt. Es ist ja gerade das Tückische, dass Kinder offenbar häufig gar nicht krank werden, obwohl sie sich mit dem Darmkeim angesteckt haben. Fast alle Proben, die dann - spät - genommen wurden, sind positiv.

Das verstehe ich nicht. Da gibt es doch nichts abzuwägen. Es kostet nicht die Welt und schadet Niemandem, wenn man da untersucht, wo ein begründeter Verdacht besteht. Dann sollte man es bitte aus tun und zwar sofort.

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Mittwoch, 29.06.2011

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Es wird weiter gerettet

Große Erleichterung. Die Griechen haben es geschafft. Das Sparpaket ist durch, die Staatspleite abgewendet. Der Euro gerettet. Uff. Möchte man gerne denken.

Leider ist das "Ja" zum Sparpaket wohl allenfalls ein Anfang, jedenfalls noch nicht das Ende der Griechenland-Krise. Erstens fehlt einem ja ein bisschen das Vertrauen, mittlerweile, dass die Regierung die erhöhten Steuern dann auch wirklich eintreiben wird - erst recht wenn man sich die Proteste der Spargegner vor dem Parlament anguckt.

Und zweitens sagen Finanzfachleute: Jetzt ist erst Mal nur der große Knall verhindert worden. Das Sparpaket und der Hilfsfonds für Griechenland verschaffen den Griechen nur Zeit. Selbst wenn die ganzen Einsparungen und Zusatzeinnahmen tatsächlich, wie beschlossen, kommen - die Schulden werden damit noch nicht abgebaut, im Gegenteil: Sie steigen weiter.

Könnte sein, dass das Theater bald wieder losgeht, oder eben die griechische Tragödie.

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Freitag, 17.06.2011

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Gut gebrüllt, Kinder!

Kaum zu glauben, dass diese Geschichte noch gut ausgeht…Klasse! Was mich besonders freut: Dass die Kinder so selbstbewusst die richtigen Fragen stellen, im Büro des Landrats - und deshalb auch die entsprechenden Antworten kriegen.

Schön, dass sich jetzt Niemand mehr darüber streiten muss, ob und welche Kinder auf der Campingplatz-Wiese spielen dürfen. Versteht sowieso kein Mensch. Also, an der Stelle auch Mal Dank an den Landrat, dass er ausdrücklich von Kontrollen absehen möchte! Obwohl das bestimmt lustig geworden wäre …

Also: Hoffentlich habt ihr jetzt wieder mehr Spaß, in Krawinkel! Und vielleicht kann man ja die Anwohner mal zu einem gemeinsamen Grillfest einladen …?

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Dienstag, 14.06.2011

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Einmal weit aufmachen, bitte! - die Tasche

Dies ist ein Kommentar der Redaktion:

Liebe Blog-Gemeinde!

Klasse, dass Sie Krawinkel (auch) noch auf dem Zettel haben! Dazu so viel: Wir sind dran! Ich habe die großspurige Ankündigung natürlich nicht ohne unseren Planungsredakteur gemacht. Der ist seitdem gut beschäftigt mit dem Thema ... Briefe, Telefonate, jetzt war der zuständige Landrat erst Mal noch im Urlaub. Die gute Nachricht ist: Morgen wird wieder gedreht, in Krawinkel. Und so viel darf ich schon verraten: Vielleicht geht doch noch was, mal sehen ... Wenn uns nichts Aktuelles dazwischen kommt, gibt's den Film dann am Freitag bei uns in der AKS!

Liebe Leute! Diesmal bin ich es wirklich, Susanne Wieseler - bis heute Abend!

Liebe Zahnärzte! Ich habe überhaupt Nichts gegen sie, im Gegenteil. Mein Zahnarzt ist super. Als mein kleiner Sohn mal dran war, hat er den erst eine Viertelstunde bespaßt und im Stuhl rauf und runter gefahren, bis Söhnchen den Mund aufmachen sollte - was dann dankenswerterweise auch geklappt hat. Die Rechnung belief sich - glaube ich - auf etwa 40 Euro. Außerdem hat er mir von Kronen auf gesunden Zähnen dringend abgeraten (aus ästhetischen Gründen ...), obwohl er daran ja gut verdient hätte.

Es gibt viele gute Zahnärzte und die sollen auch anständig verdienen. Aber das tun sie doch auch, augenscheinlich. Sprechen Sie mal mit einem Hotelier oder mit Besitzern von gehobenen Restaurants, was in Köln los ist, wenn sich die Zahnmediziner da zu Messen und Kongressen treffen. Alles restlos gebucht, im oberen Preissegment.

Also, wie viele Zahnärzte gibt es, die tatsächlich darben? Warum muss man da jetzt noch was aufschlagen? Denn die privaten Kassen haben ja vermutlich recht, haben ihre Erfahrung mit Zahnärzten und wissen, dass die eher am oberen Ende landen, wenn sie Spielraum haben, bei der Abrechnung. Also, für mein Gefühl passt das nicht in die Landschaft ... Sage ich jetzt mal so, auf die Gefahr hin, dass mein Zahnarzt das hier liest ...

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Freitag, 27.05.2011

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Schreiend ungerecht

Also, da muss ich jetzt ja mal kurz den Glauben verlieren, an unsere Verwaltungen und Gerichte. Wieso gelingt es einer einzelnen Anwohnerin mit Umweg über die Bauordnung etwas zu verbieten, was nicht verboten werden darf: Spielende Kinder?!

Hat sich das mal Jemand angeguckt, vor Ort? Mal mit den Familien gesprochen? Mit den Besitzern dieser Wiese? Ich kann es nicht fassen. Als wir den Film - er war heute Nachmittag schon fertig - gesehen haben, bin ich erst Mal wutschnaubend mit der Kassette in der Hand raus gestampft und habe über den Flur geranzt. Da muss man doch noch mal ran, das geht doch so nicht ...

Aber ich musste mich gar nicht streiten. Der Reporter und unser Planer hatten die Idee auch schon ... Ich bin ja, zugegeben, parteiisch, als ausgewiesener Kinderfan. Aber so geht's doch wohl wirklich nicht?! Bin jedenfalls sehr gespannt, ob und wie die Sache weitergeht.

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Donnerstag, 26.05.2011

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Sechs, setzen

Versetzen wir uns mal in die Lage eines Abiturienten oder erinnern uns wie das war. Wir sind gestresst, haben uns Tage und Abende mit entsetzlichen Kurvendiskussionen und Oktaedern um die Ohren geschlagen, wissen dass es jetzt darauf ankommt: Abi-Klausur in Mathe. Zerbrechen uns den Kopf über eine Aufgabe, die wir nicht verstehen, verzweifeln zwischenzeitlich. Bis irgendwann die Nachricht kommt: Ja, die Aufgabe war irgendwie tatsächlich ein Problem, sehen wir jetzt auch. Aber, liebe Abiturienten, ist ja nicht schlimm, ihr könnt nachschreiben. Also noch mal last-minute-lernen und mindestens eine schlechte Nacht. Und nachdem wir abgegeben haben, erfahren wir: Das wäre fast schon wieder schief gegangen.

Sorry, aber so geht's nicht. Klar machen Menschen Fehler. Aber bei einer Klausur für alle Abiturienten in einem Land mit 18 Millionen Menschen muss es doch möglich sein, dass einfach mehrere Menschen vorher drauf gucken, damit sowas eben nicht passiert. Doppeltes Netz und dreifacher Boden. Das hätten die Abiturienten - und auch die Mathelehrer - echt verdient.

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Dienstag, 24.05.2011

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Böse Bakterien

Langsam wird es unheimlich. Wir kommen mit dem Lesen kaum nach, ständig neue Meldungen der Nachrichtenagenturen: Neuer Todesfall nach EHEC-Infektion. Noch mehr Betroffene auf der Internsivstation. EHEC jetzt auch in Bayern. Und unheimlich ist vor allem, dass man nicht weiß, wie diese vielen Menschen sich angesteckt haben. Salat? Erdbeeren? Rohmilch? Rohes Fleisch? Warum sind vor allem Frauen betroffen? Was soll man tun?

Waschen. Das Obst, den Salat, alle Küchenwerkzeuge. Und Rohes vom Rind eher mal ganz weglassen. Ich bin persönlich sehr weit entfernt vom panisch-werden, habe keinerlei Hang zum Hypochonder. Aber das Obst auf unserem Schreibtisch ist tatsächlich ordentlich gewaschen, sonst bin ich da nicht so gründlich. Und was passiert? Ich bin die einzige, die es isst. Der Kollege Bug - zugegebenermaßen sowieso eher auf Schokoriegel - macht spitze Finger. Hat auch das Knabbergemüse beim Mittagessen gleich ganz stehen gelassen. Männer. Ich knabber' jedenfalls weiter, solange bis mir offiziell davon abgeraten wird.

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Montag, 09.05.2011

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Wirklich traurig

Mein erster Gedanke war: Aha, er war also krank und es ist ja irgendwie tröstlich, wenn man die allerletzten Dinge selbst in die Hand nehmen kann, sein Leben beenden, wenn es unerträglich wird. Aber beim genauer hinsehen ist es dann doch einfach nur wirklich traurig.

Aus seinem Abschieds-Brief lernen wir: Gunter Sachs hat sich das Leben genommen, weil er etwas gelesen hat, dass ihn darauf brachte, dass er möglicherweise Alzheimer hat. Kein Arzt hat eine entsprechende Diagnose gestellt. Was er selbst an sich bemerkt hat war Vergesslichkeit, mehr nicht. Warum verliert man jegliche Lust am Leben, nur weil man nicht mehr alles behält und vielleicht irgendwann auch verwirrt sein wird?

Ich finde es traurig, dass Gunter Sachs offenbar Niemanden hatte, mit dem er über seine Angst reden konnte. Und Nichts was ihn davon abhielt, sich umzubringen. Vielleicht ist es gerade ein besonders aufregendes Leben, das es schwer macht im Alter Abschied zunehmen, von diesem und jenem, Sachen, die man nicht mehr kann. Aber es geht ganz sicher auch anders. Meine geliebte Großmutter war über 80, als sie ihren Freund Max kennengelernt hat, mit dem sie noch viele wirklich glückliche Jahre hatte. Sie ist 99 geworden, mit Lebensfreude bis zuletzt. Ein echtes Vorbild.

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Freitag, 06.05.2011

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Päpstlicher als der Papst?

Ich kann natürlich nicht beurteilen, was denn jetzt dafür den Ausschlag gegeben hat, David Berger die Lehrerlaubnis zu entziehen. Möglicherweise war es eine Gemengelage: Der Kardinal möchte keinen Kirchenkritiker als Religionslehrer UND keinen Schwulen. Für Ersteres hätte ich vielleicht noch Verständnis, für Letzteres nicht.

Natürlich ist das konsequent. Wer seinen Arbeitgeber öffentlich kritisiert, muss sich darüber im Klaren sein, dass das Konsequenzen haben kann. Aber wäre das Ganze auch so ausgegangen, wenn David Berger sein schwul-sein für sich behalten hätte? Der Mann ist ein profilierter Theologe ist. Er selbst sagt, er prangere zwar Missstände in der katholischen Kirche an, habe sein kritisches Buch aber aus "Liebe zur Kirche" geschrieben.

Ich stelle mir das relativ schwer vor für seine Schüler. Einerseits lernen sie: Seid tolerant, mobbt Niemanden, der "anders" ist. Und dann erleben sie, dass Jemand, der für sein anders-sein streitet, gewissermaßen "von oben gemobbt" wird - so kann man das ja sehen ...

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Mittwoch, 04.05.2011

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Füttern verboten!!!

Es ist wunderbar in einem Rechtsstaat zu leben. Aber manchmal tippt man sich eben doch an die Stirn. Da klagt also ein Anwalt gegen das Taubenfütterungsverbot in Langenfeld. Aus ethischen und religiösen Gründen. Während so ziemlich alle anderen darüber diskutieren, ob und wie man ggf. Tauben töten darf, wenn es dann eben viel zu viele werden.

Ich kenne keine Statistik darüber, wie viele Tauben bei uns jeden Winter elendiglich verhungern. Es werden wohl nicht sehr viele sein. Stadttauben vermehren sich ja deshalb so rasant und werden zum Problem, weil es ein künstliches Nahrungsangebot gibt: fressbare Abfälle und fütternde Menschen. Und Tauben füttern hat auch mit Tierschutz nichts zu tun, das Gegenteil ist richtig. Denn das einseitige Füttern macht die Tiere tatsächlich krank. Vielleicht einfach mal nachdenken oder nachlesen, bevor man zum Gericht rennt.

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Montag, 02.05.2011

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Bitte keine Jubelfeiern!

Osama Bin Laden ist tot. Die Welt atmet auf. Und Amerika? Jubelt. Schwer nachzuvollziehen, diese triumphierenden Gesten und euphorischen Tänzchen vor dem Weißen Haus, nach dem Barack Obama verkündet hat: US-amerikanische Streitkräfte haben den Topterroristen Osama bin Laden mit einem Kopfschuss getötet.

Das macht keines der Opfer von Ground Zero wieder lebendig. Man kann durchaus finden, dass dieser tödliche Schuss auf Bin Laden gerechtfertigt war, als Nothilfe. Immerhin stand ja zu befürchten, dass der Al Kaida-Chef weitere Anschläge planen und Menschen töten würde. Und vielleicht hatte der meistgesuchte Mann der Welt auch tatsächlich die Chance sich zu ergeben, bevor der Schuss fiel.

Dieser frenetische Jubel in den USA über Bin Ladens Tod, der ist in jedem Fall unangebracht und gefährlich. Diese Bilder gehen um die Welt. Und sie werden jeden Al Kaida-Anhänger anfeuern, der sich mit dem Gedanken trägt Rache zu nehmen.

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Mittwoch, 20.04.2011

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Ruhe jetzt!!!

Dies ist ein Kommentar von Susanne Wieseler:

So, heute in der AKS auch der Film zum blog. Pro und Contra stiller Feiertag. Cerberus hat es gesagt/geschrieben: Jetzt haben wir den Salat, den Religionskonflikt. Klar kann man sich da auch sehr grundsätzlich auseinandersetzen. Für mich ist es eher eine Frage der Rücksicht und des Respekts. Und da bin ich manchmal ein bisschen entsetzt, wie wenig wir das noch können oder wollen: Rücksicht nehmen. Übrigens generationsübergreifend.

Und zur Frage wieviel Ruhe es denn sein darf: Also ich werde meine Kinder Morgen nicht im Haus einsperren, damit sie im Garten keinen Lärm machen. Das - finde ich - wäre zu viel verlangt. (Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass Kinder sowieso keinen "Lärm" machen, auch wenn sie laut sind.) Aber auf Tanzen gehen oder Kabarett kann man doch an dem Tag mal verzichten, finde ich. Gibt ja genug andere.

Im Übrigen: Wer auf das "stille" am Feiertag verzichten will, der sollte sich dann vielleicht überlegen, ob er nicht dann auch arbeiten gehen kann, sprich: ganz auf den Feiertag verzichten. Ich freu mich, wir fangen Morgen zwei Stunden später an. Habe ich persönlich zwei Stunden Kinder"lärm" extra.


Okay und dann noch ein Zusatz: @Henriette: Doch, wir beim Fernsehen machen Morgen auch ein anderes Programm. Und @Ichfasseesnicht: Nein, ich bin tatsächlich überhaupt nicht böse, dass ich Morgen arbeiten muss, verpasse ja nichts. Und trotzdem freue ich mich, dass es etwas später los geht ...


Karfreitag, der stille Feiertag. Und alle Jahre wieder regt sich irgendjemand drüber auf. Vermutlich um ins Gespräch zu kommen. Also mich persönlich würde laute Musik im Club oder die Komödie im Theater nicht stören am Karfreitag. Aber andersherum, was ist denn bitte so schlimm daran, mal einen Tag Pause zu machen?! Eben weil es viele Menschen gibt, denen die Karfreitagsruhe etwas bedeutet.

Ich bin persönlich weit von jedem religiösen Eifer entfernt, aber es stört mich schon, dass in der - städtischen - Kita meiner Kinder das, was man früher Krippenspiel nannte, zu Weihnachten keinerlei religiöse Bezüge mehr haben darf. Kein Jesuskind, keine Maria, kein Josef. Dafür eine - zugegeben süße - Schneemanngeschichte. Wir sind nun mal christlich geprägt, es ist ja niemand gezwungen den Karfreitag als Tod- und Trauertag zu begehen. Aber zwischendurch mal drüber nachdenken ist ja nicht verkehrt ... Also bitte, einfach mal Ruhe geben.

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Mittwoch, 30.03.2011

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Dann macht es doch endlich!!

Dies ist ein Kommentar der Redaktion:

Ist ja spannend. Hätte ich gar nicht gedacht, dass das Thema "funktioniert". Da habe ich jedenfalls auch noch eine Menge gelernt, bei Ihnen.

Vielleicht nur zu ein paar Punkten:
@Emma: Es ist viel passiert, in Sachen Kinderbetreuung, das habe ich gemeint. Was die Unternehmenskulturen angeht, bin ich ganz bei Ihnen. Da passiert eben (fast) nichts. Deshalb müsste man die Herren Konzernchefs da ja vielleicht mal zum Jagen tragen.
@Gernfried: Muss der Staat alles regeln? Nein, nicht alles, nur die wichtigen Sachen. Aber das gehört, finde ich, mal dazu. Dass die Unternehmen und ihre Verbände gegen eine gesetzliche Quotenregelung sind, versteht sich doch von selbst. Wer bitte ist denn dafür, dass ihm selbst Ver- oder Gebote auferlegt werden?
@Huckster: Stimmt nicht ganz, dass ich von den Personalgrundsätzen eines öffentlich-rechtlichen Senders profitiere. Ich bin ja keine Führungskraft, sondern die Frau in einer paritätisch besetzten Doppelmoderation - und das handhaben auch die Privatsender in aller Regel so ...


Frauenquote - braucht doch kein Mensch. Wer gut ist, setzt sich doch sowieso durch. Unternehmen müssen doch einstellen und befördern dürfen, wen sie wollen. Habe ich immer gedacht. Inzwischen sehe ich das anders.

Fakt ist: es gibt in den Spitzenjobs so gut wie keine Frauen, immer noch nicht. Und das obwohl Frauen inzwischen die besseren Abschlüssen machen an Schulen und Universitäten. Und das ist nicht nur ungerecht, es ist auch volkswirtschaftlich unklug. Da liegt einfach viel zu viel Knowhow brach. Bei gut ausgebildeten Frauen, die aber eben auch Kinder wollen und deshalb keine 80-Stunden-Woche. Und dass eine reine Männerwirtschaft keine optimalen Ergebnisse bringt, ist inzwischen auch rum.

Es ist irre viel passiert, in den letzten fünf Jahren, in Sachen Kinderbetreuung. U 3 -Plätze in der Kita, Ganztagsgrundschule, Ganztagsgymnasium. Alles super. Ich habe persönlich davon wahnsinnig profitiert und bin Ursula von der Leyen beinahe persönlich dankbar. Und was die Frauenquote angeht, bin ich auch ihrer Meinung: Macht es doch bitte endlich! Denn anders funktioniert es eben nicht. Siehe oben.

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Montag, 28.03.2011

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Atomkraft abgewählt

Nicht mal die Wahl-Sieger bestreiten es: Die Atomkatastrophe in Japan hat die Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz entschieden - und wird uns den ersten Grünen Ministerpräsidenten in der Geschichte bescheren, in Baden-Württemberg. Darauf darf man gespannt sein. Gerade im Land der dicken Autos. Mal sehen, wie das zusammengeht.

Aber vor allem kann man jetzt hoffen, dass die Botschaft angekommen ist. Es ist eben doch ein Unterscheid, ob ein paar Zehntausend gegen Kernkraft auf die Straße gehen, oder ob die Bevölkerung zweier bedeutender Bundesländer sich aufmacht, um das Kreuzchen da zu machen, wo "Grün" drauf steht und Atomausstieg drin steckt. Das kommt dann hoffentlich wirklich an, in Berlin.

Norbert Röttgen - Bundesumweltminister und CDU-Vorsitzender bei uns in NRW hat das übrigens sehr schnell verstanden. Als wir ihn vor gut zwei Wochen in der Aktuellen Stunde interviewt haben, als die Atomkatastrophe ganz frisch war, da wirkte er schon sehr nachdenklich und hat eingeräumt, dass dieses Drama um Fukushima der Anfang vom Ende der Atomkraft sein könnte - auch bei uns. Und genauso ist es wohl. Nur dass die Wähler sich - sicherheitshalber - für das Original entscheiden haben, beim Thema Atomausstieg.

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Mittwoch, 09.03.2011

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Das Butterbrot ist wieder da!

Jetzt endlich hat es die Welt gemerkt, so ein richtig schönes Butterbrot, das ist was ganz Feines. Dagegen können Pommes und fettige Burger nur abstinken. Subway hat McDonald's überholt. Mich wundert's nicht. Jetzt ist natürlich so ein armlanges Baguette (Kohlehydrate!) mit doppelt Bacon (Fett!) und schönem Sößchen (Noch mal Fett!) auch nicht wirklich Fasten-geeignet. Aber immer noch besser als der ganze Friteusen-Kram. Und im Übrigen kriegt man bei Subways auch alles als Salat, wenn es sein muss sogar mit einem kalorienarmen Dressing ...

Aber am allerliebsten ist mir persönlich ja ein richtiges Butterbrot. Und ab heute dann auch gerne mit Käse statt Wurst. Hauptsache der Fettanteil stimmt, sonst schmeckt's ja leider nicht ...

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Montag, 07.03.2011

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Augen auf bei der Dienstplanbesprechung!

Oh, Mann. Da habe ich aber heute meine - wirklich lieben - Kollegen echt genervt, mit ordentlich schlechter Laune. Ich finde es, so ganz subjektiv, einfach nicht in Ordnung, dass ich heute arbeiten muss. Ich könnte jetzt mit meiner Familie am Rosenmontagszug in der Sonne stehen, Kölsch trinken, singen, tanzen und stolz sein auf die selbst genähten Kostüme.

Stattdessen sitze ich mit meinen - wirklich lieben aber leider ziemlich karnevalsfeindlichen - Kollegen neben einem ziemlich abgefressenen Buffet und konnte nicht mal anständig Mittagspause machen, weil draußen irgendwie alles zu hat. Klar, auch in Düsseldorf feiern heute alle vernünftigen Menschen. Da muss man auch mal ein bisschen selbstmitleidig sein dürfen, oder?

Ja, natürlich, hätte ich auch vorher Bedarf anmelden können, dafür gibt es ja Dienstpläne. Aber konnte jemand ahnen, dass es so ein Traumwetter geben würde, dass ich gestern beim Veedelszoch schon so einen Spass kriegen würde? Nein. Also, heule ich hier ein bisschen rum und versuche mich daran zu erinnern, dass ich mich an allen anderen Tagen immer sehr freue, die schönste Sendung der Welt moderieren zu dürfen. Kölle Alaaf! WDR Alaaf! Aktuelle Stunde Alaaf!

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Freitag, 25.02.2011

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"Jetzt mal ehrlich ..."

... das sagen wir so, wenn wir ein offenes Wort sprechen oder hören wollen. Heißt natürlich im Umkehrschluss: Vorher waren wir nicht ehrlich. Und es ist ja was dran. Wer sagt schon immer nichts als die Wahrheit?

Wenn der Chef fragt: Wie geht's? Oder die Freundin: Wir findest du die neue Frisur? Da könnte die ehrliche Antwort sein: "beschissen!" Vielleicht lieber nicht. Immer nur absolut ehrliche Menschen gibt es wohl eher nicht. Aber umgekehrt - "gute" Lügner - die gibt es schon. Die damit prahlen, die Steuer zu betuppen oder die Versicherung. Das finde ich dann allerdings ärgerlich. Und dann bin ich (manchmal) auch ehrlich (und manns) genug, um zu sagen: Ach, behalte es doch wenigstens für dich. Oder die Helden, die hintenrum die fiesesten Geschichten raus pusten, einem aber persönlich immer breit ins Gesicht lächeln. Braucht wirklich kein Mensch.

Also: Immer ehrlich geht nicht. Aber vielleicht immer öfter ...?

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Dienstag, 22.02.2011

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Kalt, kälter, Mülheim

Arbeiten bei 18 Grad. Ist das auszuhalten? Naja, andere - Pizzabäcker im Hochsommer, Stapler-Fahrer im Tiefkühlhaus - müssen extremeres aushalten. Andererseits, ich als geborene Frierkatze wäre wenig begeistert ... Wir können dankenswerterweise die Heizung in unserem AKS-Büro selber regeln. Da muss man sich dann nur mit den Kollegen einigen - Kerle sind da ja in der Regel unempfindlicher, aber die beiden hier im Büro sind zum Glück sehr verträglich, was das angeht.

Also, ist das jetzt sinnvoll: Einfach mal zwangsweise die städtischen Büros runter kühlen, zum wach rütteln? Vielleicht ja schon, und einen Arbeitstag kriegt man ja mit Tee und Pulli wirklich irgendwie rum ... Ich werde mit bei einem nächsten Reportereinsatz draußen im Land solidarisch fühlen mit den städtischen Angestellten in Mülheim ...

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In diesem Blog stellen wir ein aktuelles Tagesthema zur Diskussion. Die Meinungen und Anregungen unserer Zuschauer geben uns wichtige Hinweise für unsere Arbeit, die wir auch in der Sendung gerne aufgreifen.

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